Herbert war immer ein braver Junge gewesen. Immer war er gefolgt. Immer wenn jemand gegrüsst hatten, hatte er zurück gegrüsst. Freundliche Menschen mochte er. Und wenn keiner gegrüsst hatte, hatte er auch nicht gegrüsst. Unfreundliche Menschen mochte er nicht.
Eines Tages ergab es sich wieder einmal, dass er gegrüsst wurde und er zurück grüsste. Doch den er vermeintlich zurück gegrüsst hatte, grüsste nun ihn zurück. Der hatte nämlich eigentlich jemand anderen gegrüsst, und nun gemeint dass Herbert ihn gegrüsst hatte.
Es war das erste mal dass die beiden sich gegrüsst hatten, denn beide waren bisher mit derselben Einstellung durch's Leben gegangen, abzuwarten ob jemand freundlich grüsste oder nicht. Und so waren sie bisher Unfreunde geblieben. Ab jetzt war das anders, und Herbert hatte gelernt wie man Freunde machen kann.
Tipp: Wikipedia - Deadlock
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Montag, 31. August 2009
Donnerstag, 20. August 2009
Das Laster der Sparsamkeit
Sparen, sparen, sparen. Das war das Motto gewesen. Sparst Du in der Zeit, dann hast Du in der Not. Rudi war sehr sparsam, und er war sehr dafür belobt worden.
Jahre später, Rudi war schon alt, lange hatte er gearbeitet, viel hatte er gespart, nur wenig ausgegeben. Und allein war er geblieben, weil er sich so schämte dass die anderen so viel hatten und er so wenig. Und in letzer Zeit kam ihm auch die Arbeit sinnlos vor. Wozu noch, so fragte er sich immer öfter, er hatte doch schon für alles vorgesorgt.
Und dann fragte er sich: wofür habe ich so lange gespart? Es hätte eine Not kommen können, aber es kam keine. Es war alles umsonst! Und so begann er, ein großzügiges Leben zu führen, seine Ersparnisse auszugeben und zu geniessen, was er bekam.
Tipp: Spare alle Zeit, dann hast Du immer Not (Programmheft MOMO)
Jahre später, Rudi war schon alt, lange hatte er gearbeitet, viel hatte er gespart, nur wenig ausgegeben. Und allein war er geblieben, weil er sich so schämte dass die anderen so viel hatten und er so wenig. Und in letzer Zeit kam ihm auch die Arbeit sinnlos vor. Wozu noch, so fragte er sich immer öfter, er hatte doch schon für alles vorgesorgt.
Und dann fragte er sich: wofür habe ich so lange gespart? Es hätte eine Not kommen können, aber es kam keine. Es war alles umsonst! Und so begann er, ein großzügiges Leben zu führen, seine Ersparnisse auszugeben und zu geniessen, was er bekam.
Tipp: Spare alle Zeit, dann hast Du immer Not (Programmheft MOMO)
Samstag, 8. August 2009
Marktverirrung
Die Produktion lief gut. Die Werbung kam noch dazu, der Absatz wurde angekurbelt, die Produktion erhöht... Die Konsumenten kauften mehr, die Produkte wurden billiger, konnten immer mehr, es gab immer neue Entwicklungen und das Versprechen auf noch mehr.
In ihrem Rausch vergassen die Konsumenten fast auf ihre eigentlichen Bedürfnisse. Erst nach und nach merkten sie dass sie intensiv dafür arbeiteten Dinge zu produzieren die sie dann aber garnicht so dringend brauchten, während es ihnen anderswo mangelte. Je mehr dies bemerkten, je mehr sich umstellten, desto mehr Druck machte die Werbung um den Absatz aufrecht halten zu können.
Doch irgendwann war das Feuer aus. Der Absatz und die Produktion brachen ein und eine Krise aus. Arbeitskräfte wurden entlassen, die Unternehmen sahen negativ in die Zukunft. Eine Depression. In der folgenden Zeit wurden Nöte deutlich, aber auch die Einsicht dass man auch langsamer leben konnte. Die Menschen lernten wieder mehr ihre eigentlichen Bedürfnissen kennen, und die daraus entspringende Nachfrage setzte schliesslich wieder eine neue, mit neuem Sinn erfüllte Produktion in Gang.
Lesetipp: Positive Bilanz zur Verschrottungsprämie
In ihrem Rausch vergassen die Konsumenten fast auf ihre eigentlichen Bedürfnisse. Erst nach und nach merkten sie dass sie intensiv dafür arbeiteten Dinge zu produzieren die sie dann aber garnicht so dringend brauchten, während es ihnen anderswo mangelte. Je mehr dies bemerkten, je mehr sich umstellten, desto mehr Druck machte die Werbung um den Absatz aufrecht halten zu können.
Doch irgendwann war das Feuer aus. Der Absatz und die Produktion brachen ein und eine Krise aus. Arbeitskräfte wurden entlassen, die Unternehmen sahen negativ in die Zukunft. Eine Depression. In der folgenden Zeit wurden Nöte deutlich, aber auch die Einsicht dass man auch langsamer leben konnte. Die Menschen lernten wieder mehr ihre eigentlichen Bedürfnissen kennen, und die daraus entspringende Nachfrage setzte schliesslich wieder eine neue, mit neuem Sinn erfüllte Produktion in Gang.
Lesetipp: Positive Bilanz zur Verschrottungsprämie
Donnerstag, 4. Juni 2009
Durch die Blume der Zivilisation
Kurt war im Supermarkt einkaufen. Die Kassierin hatte die Waren über's Lesegerät gezogen, den Preis genannt, Kurt hatte ihr Geld gegeben - mehr als notwendig - und sie hatte ihm Restgeld zurückgegeben. Aber es fehlte etwas.
Kurt sprang voller Zorn auf sie, packte sie mit dem einen Arm um den Hals, mit der anderen Hand riss er ihren Kopf herum bis ihr das Genick brach. Dann nahm er sich das schuldig gebliebene Geld aus der Kassa und ging.
He, Moment! Da passt etwas nicht in diese Zeit!
Kurt merkte dass die Kassierin eine Münze vergessen hatte. Also hielt er seine Hand weiter offen hin und setzte einen fordernden Gesichtsausdruck auf. Die Kassierin sah ihn einen Moment an, begann dann zu lächeln, entschuldigte sich und gab ihm das fehlende Restgeld.
Ok. Zwar noch etwas wortkarg, aber so geht's.
Musiktipp: Sting - Englishman in New York
Kurt sprang voller Zorn auf sie, packte sie mit dem einen Arm um den Hals, mit der anderen Hand riss er ihren Kopf herum bis ihr das Genick brach. Dann nahm er sich das schuldig gebliebene Geld aus der Kassa und ging.
He, Moment! Da passt etwas nicht in diese Zeit!
Kurt merkte dass die Kassierin eine Münze vergessen hatte. Also hielt er seine Hand weiter offen hin und setzte einen fordernden Gesichtsausdruck auf. Die Kassierin sah ihn einen Moment an, begann dann zu lächeln, entschuldigte sich und gab ihm das fehlende Restgeld.
Ok. Zwar noch etwas wortkarg, aber so geht's.
Musiktipp: Sting - Englishman in New York
Montag, 1. Juni 2009
Die Wissensgesellschaft
Es gab dereinst eine Gesellschaft, die sich selbst die Wissensgesellschaft nannte. Als solche war sie natürlich hoch komplex strukturiert. Im Wesentlicheh hatten sich aber vier Rollen herausgebildet:
Die dominante Gruppe waren natürlich die Wissenden, das waren jene, welche von festgelegten Annahmen - dem Wissen - ausgingen und diese sowie alles was sich daraus ableiten lies als das Wissen bezeichneten und verwendeten. Da sie alle von denselben Annahmen ausgingen, waren sie immer in der Mehrheit und ihrer Sache sehr sicher. Sie waren die Herrschenden der Wissensgesellschaft.
Eine ebenfalls grosse aber in der Gesellschaft unbedeutende Gruppe bildeten die Wissenden, das waren jene, welche das, was sie wussten - also was sie gesehen, gehört, erlebt hatten - als wissen bezeichneten und verwendeten. Sie waren am Anfang der Wissensgesellschaft gestanden, aber im Laufe der Zeit von den Wissenden verdrängt worden. Man nannte ihr Wissen subjektiv und diskriminierte sie im Allgemeinen. Nur in Ausnahmesituationen, wenn das Wissen Probleme hatte, wurde auf ihr Wissen zurückgegriffen. Sie waren die Arbeiter der Wissensgesellschaft.
In der Öffentlichkeit häufig anzutreffen war dagegen die Gruppe der Wissenden, das waren jene, welche die Schwäche der Wissensgesellschaft erkannt hatten - nämlich die Fixierung auf das Wissen - und diese zu ihrem Vorteil ausnutzten. Sie sagten was immer notwendig war um sich einen Vorteil zu verschaffen, und taten dies auf eine Art und weise, welche anderen den Eindruck vermittelte, es handle sich dabei um gesellschaftlich akzeptiertes und sachlich begründetes Wissen. Sie waren die Trickser der Wissensgesellschaft.
Und schliesslich gab es noch die unbedeutende Gruppe der Unwissenden, das waren jene, welche vorgaben nichts zu wissen und daher die Wissenden um Rat fragten. Die Wissenden befragten sie, um herauszufinden was der Mainstream des Wissens war. Die Wissenden befragten sie, wenn sie herausfinden wollten was aktuell aber von der Allgemeinheit abweichend passiert war. Und die Wissenden schliesslich beobachteten sie um herauszufinden wo die Probleme der Wissensgesellschaft lagen. Sie waren die Meister der Wissensgesellschaft.
Tipp: Wissensgesellschaft.org
Die dominante Gruppe waren natürlich die Wissenden, das waren jene, welche von festgelegten Annahmen - dem Wissen - ausgingen und diese sowie alles was sich daraus ableiten lies als das Wissen bezeichneten und verwendeten. Da sie alle von denselben Annahmen ausgingen, waren sie immer in der Mehrheit und ihrer Sache sehr sicher. Sie waren die Herrschenden der Wissensgesellschaft.
Eine ebenfalls grosse aber in der Gesellschaft unbedeutende Gruppe bildeten die Wissenden, das waren jene, welche das, was sie wussten - also was sie gesehen, gehört, erlebt hatten - als wissen bezeichneten und verwendeten. Sie waren am Anfang der Wissensgesellschaft gestanden, aber im Laufe der Zeit von den Wissenden verdrängt worden. Man nannte ihr Wissen subjektiv und diskriminierte sie im Allgemeinen. Nur in Ausnahmesituationen, wenn das Wissen Probleme hatte, wurde auf ihr Wissen zurückgegriffen. Sie waren die Arbeiter der Wissensgesellschaft.
In der Öffentlichkeit häufig anzutreffen war dagegen die Gruppe der Wissenden, das waren jene, welche die Schwäche der Wissensgesellschaft erkannt hatten - nämlich die Fixierung auf das Wissen - und diese zu ihrem Vorteil ausnutzten. Sie sagten was immer notwendig war um sich einen Vorteil zu verschaffen, und taten dies auf eine Art und weise, welche anderen den Eindruck vermittelte, es handle sich dabei um gesellschaftlich akzeptiertes und sachlich begründetes Wissen. Sie waren die Trickser der Wissensgesellschaft.
Und schliesslich gab es noch die unbedeutende Gruppe der Unwissenden, das waren jene, welche vorgaben nichts zu wissen und daher die Wissenden um Rat fragten. Die Wissenden befragten sie, um herauszufinden was der Mainstream des Wissens war. Die Wissenden befragten sie, wenn sie herausfinden wollten was aktuell aber von der Allgemeinheit abweichend passiert war. Und die Wissenden schliesslich beobachteten sie um herauszufinden wo die Probleme der Wissensgesellschaft lagen. Sie waren die Meister der Wissensgesellschaft.
Tipp: Wissensgesellschaft.org
Samstag, 25. April 2009
Opfermentalität
Maria wuchs in einer Familie am Land auf. Das Leben war hart, die Menschen waren gewohnt, das was sie hatten möglichst so aufzuteilen, dass jeder genug bekam. Aber nur an wenigen Festtagen konnte ihnen dies gelingen. Die meisste Zeit gab es zu wenig, und so mussten sie immer auf etwas verzichten. Und sie wussten, wenn sie über den Sommer etwas opferten, aufsparten, gab es über den Winter genug um zu überleben.
Und so entwickelte Maria eine Opfermentalität: sie nahm sich zurück, um anderen Familienmitgliedern etwas mehr Kraft zu geben. Diese Fokussierung der Energie verschaffte ihnen insgesamt Vorteile, auch ihr selbst, denn es wurde ohnehin alles geteilt. Und sie war glücklich mit dieser Lösung.
Nach dem Schulabschluss übersiedelte Maria in die Stadt und begann als Pflegerin zu arbeiten. Die Arbeit selbst machte ihr Freude, sie konnte ihr Talent, andere zu stärken, gut einsetzen. Auch unter Kollegen wurde ihr Einsatz gerne gesehen, sie wurde oft zu Hilfe gerufen und erwarb so auch sehr gute fachliche Kompetenzen.
Dennoch wurde sie langsam immer unglücklicher. Obwohl sie sich mit voller Energie einsetzte, bekam sie keine entsprechende Anerkennung. Eher im Gegenteil, manche schienen ihr neidig zu sein. Und andere, jene die sie gerne um Hilfe baten, taten dies zwar, gaben dann aber vor der Vorgesetzten an, dass sie es selbst erledigt hätten. Und so kam Maria trotz ihrer guten Leistung nie über den Einstiegsjob hinaus.
Maria war verwirrt, zerrissen. Sie wusste nicht was ihr geschah. Wie konnten diese Menschen so unbarmherzig sein, so hinterhältig? Aber weil sie es gewohnt war sich zurückzunehmen, weil sie nie gelernt hatte, für sich selber etwas zu fordern - sie wusste garnicht wie das geht - und weil sie solches Verhalten wie sie es von den anderen erlebt hatte, auch so verabscheute, konnte und wollte sie nicht so werden wie die. Statt dessen nahm sie diese Leiden auf sich und pflegte sich so gut es ging eben selber, um wenigstens die körperlichen Symptome ihrer Belastung zu lindern.
Musiktipp: Tori Amos - Crucify
Und so entwickelte Maria eine Opfermentalität: sie nahm sich zurück, um anderen Familienmitgliedern etwas mehr Kraft zu geben. Diese Fokussierung der Energie verschaffte ihnen insgesamt Vorteile, auch ihr selbst, denn es wurde ohnehin alles geteilt. Und sie war glücklich mit dieser Lösung.
Nach dem Schulabschluss übersiedelte Maria in die Stadt und begann als Pflegerin zu arbeiten. Die Arbeit selbst machte ihr Freude, sie konnte ihr Talent, andere zu stärken, gut einsetzen. Auch unter Kollegen wurde ihr Einsatz gerne gesehen, sie wurde oft zu Hilfe gerufen und erwarb so auch sehr gute fachliche Kompetenzen.
Dennoch wurde sie langsam immer unglücklicher. Obwohl sie sich mit voller Energie einsetzte, bekam sie keine entsprechende Anerkennung. Eher im Gegenteil, manche schienen ihr neidig zu sein. Und andere, jene die sie gerne um Hilfe baten, taten dies zwar, gaben dann aber vor der Vorgesetzten an, dass sie es selbst erledigt hätten. Und so kam Maria trotz ihrer guten Leistung nie über den Einstiegsjob hinaus.
Maria war verwirrt, zerrissen. Sie wusste nicht was ihr geschah. Wie konnten diese Menschen so unbarmherzig sein, so hinterhältig? Aber weil sie es gewohnt war sich zurückzunehmen, weil sie nie gelernt hatte, für sich selber etwas zu fordern - sie wusste garnicht wie das geht - und weil sie solches Verhalten wie sie es von den anderen erlebt hatte, auch so verabscheute, konnte und wollte sie nicht so werden wie die. Statt dessen nahm sie diese Leiden auf sich und pflegte sich so gut es ging eben selber, um wenigstens die körperlichen Symptome ihrer Belastung zu lindern.
Musiktipp: Tori Amos - Crucify
Dienstag, 14. April 2009
Die Ordnung der Ordnung
Weil grad' Ostern war: Warum wird eigentlich das Osterfest gefeiert? Weil's ein traditioneller Feiertag ist? Weil da Christus auferstanden ist? Weil irgendein heidnisches Fruchtbarkeitsfest abgekupfert wurde?
Na?
Naja. Das ist alles nur metaphysiches Bla Bla. In Wirklichkeit geht es bei den diversen Feiertagen darum, den Alltag zu strukturieren, eine Ordnung in das Zusammenleben zu bringen. Und im Fall des Osterfestes geht es anlässlich des beendeten Winters und des beginnenden Frühlings um die Inspiration der Themen Bereinigung (Fasten), alte schädlich gewordene Gewohnheiten aufgeben und Neues anfangen (Auferstehung nach der Kreuzigung). Frühjahrsputz in Bauch und Kopf sozusagen.
Zumindest ist diese Interpretation sinnvoll.
Ein anderes Beispiel. Richter und Rechtsexperten begründen Entscheidungen anhand bestehender Gesetze, und begründen diese Gesetze wiederum anahnd eines Grundgesetzes, das wiederum in der Verfassung verankert ist. Und die ist dann von Gott oder zumindest von den Gründervätern der Nation gegeben, obwohl moderne Anfänge auch scohn demokratisch abgestimmt werden.
Begründet? So wie ein Fundament?
Auch hier ist sie wieder, die Ordnung für die Ordnung. So wie eine Grammatik für eine Sprache, oder ein Metamodell für Modellierungssprachen, wie das in der Informatik modern ist. Dagegen ist nichts zu sagen, im Gegenteil, so etwas ermöglicht, Entscheidungen schneller und koordinierter zu fällen, Denkleistung und Wissen wiederzuverwenden. Nur sollte klar sein, dass der eigentliche Zweck und der Maßstab für alle Richtersprüche und somit für alle (Grund)gesetze die Gerechtigkeit ist. Und gerecht ist, was dem sozialen Frieden dient. Was aber dem sozialen Frieden dient, das kann sich von Zeit zu Zeit ändern. Es hilft eben das stärkste Fundament nichts, wenn die Leute auswandern.
Es sei denn man verschliesst das Schloss.
Wenn eine Gesellschaft so hoch strukturiert wird, dass nur noch geglaubt wird was in's System passt, wenn keine neuen Elemente aufgenommen werden, welche der bestehenden Ordnung widersprechen würden, dann steht die Welt Kopf. Das ist der Zustand der Klassik, Zeitlosigkeit, Ewigkeit - und Dummheit. Man könnte auch Erstarrung sagen, so wie bei einem Säugetier das sich angesichts eines Raubtiers totstellt.
Der hohe Turm zu Babel ist auch so ein Ding.
Die Lösung, wie man lange weis, besteht darin Veränderung zuzulassen, die sich nicht aus der Ordnung des System selbst ergibt, sondern von ausserhalb. Eine teuflisch revolutionäre Energie "von unten", die eine gut etablierte Ewigkeit beenden kann. Womit wir dann wieder beim Thema des Frühlings angelangt wären.
Musiktipp: Juli - Perfekte Welle
Na?
Naja. Das ist alles nur metaphysiches Bla Bla. In Wirklichkeit geht es bei den diversen Feiertagen darum, den Alltag zu strukturieren, eine Ordnung in das Zusammenleben zu bringen. Und im Fall des Osterfestes geht es anlässlich des beendeten Winters und des beginnenden Frühlings um die Inspiration der Themen Bereinigung (Fasten), alte schädlich gewordene Gewohnheiten aufgeben und Neues anfangen (Auferstehung nach der Kreuzigung). Frühjahrsputz in Bauch und Kopf sozusagen.
Zumindest ist diese Interpretation sinnvoll.
Ein anderes Beispiel. Richter und Rechtsexperten begründen Entscheidungen anhand bestehender Gesetze, und begründen diese Gesetze wiederum anahnd eines Grundgesetzes, das wiederum in der Verfassung verankert ist. Und die ist dann von Gott oder zumindest von den Gründervätern der Nation gegeben, obwohl moderne Anfänge auch scohn demokratisch abgestimmt werden.
Begründet? So wie ein Fundament?
Auch hier ist sie wieder, die Ordnung für die Ordnung. So wie eine Grammatik für eine Sprache, oder ein Metamodell für Modellierungssprachen, wie das in der Informatik modern ist. Dagegen ist nichts zu sagen, im Gegenteil, so etwas ermöglicht, Entscheidungen schneller und koordinierter zu fällen, Denkleistung und Wissen wiederzuverwenden. Nur sollte klar sein, dass der eigentliche Zweck und der Maßstab für alle Richtersprüche und somit für alle (Grund)gesetze die Gerechtigkeit ist. Und gerecht ist, was dem sozialen Frieden dient. Was aber dem sozialen Frieden dient, das kann sich von Zeit zu Zeit ändern. Es hilft eben das stärkste Fundament nichts, wenn die Leute auswandern.
Es sei denn man verschliesst das Schloss.
Wenn eine Gesellschaft so hoch strukturiert wird, dass nur noch geglaubt wird was in's System passt, wenn keine neuen Elemente aufgenommen werden, welche der bestehenden Ordnung widersprechen würden, dann steht die Welt Kopf. Das ist der Zustand der Klassik, Zeitlosigkeit, Ewigkeit - und Dummheit. Man könnte auch Erstarrung sagen, so wie bei einem Säugetier das sich angesichts eines Raubtiers totstellt.
Der hohe Turm zu Babel ist auch so ein Ding.
Die Lösung, wie man lange weis, besteht darin Veränderung zuzulassen, die sich nicht aus der Ordnung des System selbst ergibt, sondern von ausserhalb. Eine teuflisch revolutionäre Energie "von unten", die eine gut etablierte Ewigkeit beenden kann. Womit wir dann wieder beim Thema des Frühlings angelangt wären.
Musiktipp: Juli - Perfekte Welle
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