Sonntag, 11. Juli 2010

Der gefälschte Gott

Die Menschen, weise aus ihrer Lebenserfahrung, wussten worauf sie so hofften, woran sie glaubten im Leben. Auf Gesundheit, auf Essen, auf Freundschaft und Friede, auf Macht und Weisheit, auf Liebe und Sex, auf die Gleichrangigkeit der Menschen.

Sie gaben dieses Lebenswissen von Generation zu Generation weiter, und sie nannten ihre Einstellung Gott. Es war das, was sie alle miteinander teilten, etwas das sie auch über Unterschiede in der Herkunft hinweg vereinte.

Doch seit das Wissen nicht mehr von den alten erfahrenen Menschen an ihre Kinder weiter gegeben wurde, sondern von angelernten Leuten die aus alten Büchern vorlasen, ging das Wissen zunehmend verloren - und niemand merkte es.

Die Lehrer bemerkten nämlich, jeder für sich und immer ein Stückchen mehr, dass man die Menschen lenken konnte durch das was man ihnen sagte - die glaubten alles und handelten danach. Und so veränderten sie die Glaubensaussagen immer mehr zu ihrem eigenen Vorteil. Sie machten die Menschen ängstlich und abhängig, und hatten so die volle Kontrolle und immer einen gefüllten Teller.

Aber nur so lange, bis sich die Schwäche und Abhängigkeit der Menschen so weit auswirkte dass es nicht mehr genug zu Essen gab, und die Menschen den Glauben verlieren mussten um zu überleben. Die Prediger des Glaubens aber beklagten das Unheil und die Bosheit der Menschen, als man ihnen nicht mehr folgte.

Musiktipp: Silbermond - Krieger des Lichts

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