Posts mit dem Label selforg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label selforg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 30. April 2010

Das Wissen der Welt

Das Wissen der Welt ist in den Körpern und Köpfen der Menschen. Es ist in den Eindrücken ihrer Sinne, wie sie entstehen wenn sie durch die Welt wandeln, oder auch wenn sie träumen.

Das Wissen der Welt liegt in den Formen der Sprache. Am reinsten zu finden ist es in den Strukturen der Mathematik, in den Zahlen und in der Geometrie.

Das Wissen der Welt ist in der Musik und in den Gesängen der Menschen und Tiere zu finden. Die Emotionen, die Dramen und die Wege des Lebens aller Seelen.

Das Wissen der Welt wird überliefert in den Traditionen der Religionen, in den Sprüchen der Weisen aller Zeiten, in den Diskursen der Philosophie und den Taten der Heiler.

Nur dass die anderen immer falsch liegen und nichts verstehen, kein Talent haben, Unsinn verbreiten, völlig ignorant durch die Welt gehen und sich dabei auch noch für besonders intelligent halten.

Lesetipp: Spiegel Online - Intuition: Die Weisheit der Gefühle

Freitag, 9. Oktober 2009

Wie das Ich in die Welt kam

Als das Ich in die Welt kam, war ihm alles neu. Anfangs war es noch sehr vorsichtig und schwach, konnte selber noch nicht viel unternehmen. Es lernte aber zu erkennen wann es ihm gut ging - dann lachte es - und wann es ihm schlecht ging - dann weinte es.

Mit der Zeit wurde das Ich grösser, lernte wie es sich selbst bewegte und begann die Welt zu entdecken. Es folgte dem, was ihm Freude machte, und scheute das, was ihm Leid tat. Es fand auch andere Ichs, mit denen es spielen und gemeinsam die Welt entdecken konnte.

Irgendwann merkte das Ich, dass es grösser war als andere. Es merkte auch, dass andere ihm Leid antaten und wollte sich das nicht mehr gefallen lassen. Und es merkte, dass es selber auch anderen schaden konnte. So begann es zu lernen, wie es in welche Situation hineingehen musste um als Sieger daraus hervor zu gehen.

Irgendwann, das Ich hatte nach langem Kämpfen endlich einaml Zeit zum Nachdenken gefunden, wurde ihm klar dass alle mit allen kämpften, dass sie so viel Zeit und Energie vergeudeten, und dass es viel leichter wäre wenn sie gemeinsam etwas unternehmen würden. Und so machte es sich auf die Suche nach vertrauenswürdigen Ichs mit denen es zusammen leben konnte ohne ständig auf der Hut sein zu müssen.

Musiktipp: Yael Naim - New Soul

Freitag, 5. Juni 2009

Der reifende Herr

Der Herr kannte die Ordnung und wusste wie alles zu sein hatte damit es reibungsfrei funktionierte. In seiner Jugend hatte er seine erzielten Erfolge jeweils dafür genutzt, wieder ein neues Land zu erobern, doch jetzt war er damit zufrieden sein Reich zu beherrschen. Er achtete auf die Abläufe, wies auf Fehler hin und forderte deren Behebung, und verhinderte alle Abweichungen. Wer seiner Ordnung nicht folgen wollte, den entlies er, wer aber seiner Ordnung folgte den belohnte er mit einem gerechten Anteil an den Früchten welche durch die Ordnung erreicht werden konnte.

Doch als die Zeiten schlechter wurden, die Früchte der Ordnung weniger, da konnte er immer weniger Lohn verteilen. Seine Leute wurden unzufriedener, Fehler häuften sich, und er wurde beschuldigt an den Mängeln schuld zu sein. Der Herr reagierte streng, führte Strafen auf begangene Fehler ein, und beteuerte noch dringlicher den Glauben an die Ordnung, nur sie könne die Rettung bringen.

Doch in Wirklichkeit war er hilflos. Und als er sah dass er zwar die Macht hatte um die Ordnung aufrecht zu halten, es aber nicht in seiner Macht stand welche Früchte daraus hervor gingen, wurde ihm klar dass er nicht nur der Herr der Ordnung sondern auch der Diener der Gemeinschaft war. Und so beauftragte er seine Leute, nach Möglichkeiten zu suchen wie sie mit ihren begrenzten Mitteln das Wohl der Gemeinschaft erhöhen konnten, und er selbst suchte nach Möglichkeiten wie die Ordnung umzugestalten war, so dass neu entdecktes Potential geordnet der Gemeinschaft verfügbar gemacht werden konnte.

Tipp: Politikblogs.at - Energiewende

Montag, 27. April 2009

Ver-Führung (Navigieren beim Driften)

Einst gab es einen Ort, man nannte ihn Paradies. Menschen, die sich ein besseres Leben erhofften, kamen von weit her, nahmen grosse Strapazen auf sich, um diesen Ort zu finden. Und jene, die ankamen, wurden nicht enttäuscht. Das Paradies war reich an Wasser, Licht, Wärme und schattigen Plätzen, die Früchte sprossen, es gab immer genug zu essen, und niemand vor dem man sich in Acht nehmen musste.

Die Menschen, die den Ort erreicht hatten, waren die glücklichsten Menschen auf der Erde. Sie konnten endlich ausruhen, endlich so viel essen bis sie satt waren, endlich einschlafen ohne von Sorgen über den nächsten Tag geängstigt zu werden. Und sie begannen, ihre Reize zu erkennen, die attraktiven Figuren und Ausstrahlungen von Frauen und Männern. Und so genossen sie auch ihre Liebe, unbesorgt und freizügig.

Als sich jedoch die Konsequenzen ihres Tuns zu zeigen begannen, veränderte das ihre Einstellung. Die Frauen, die Kinder gebaren und aufzogen, mussten erkennen welche grosse Anstrengung das war. Und so wurden sie wählerischer, nur noch selten und mit des besten Männern wollten sie sich paaren. Was wiederum dazu führte, dass die Männer in einen Wettstreit gerieten, sie begannen, Teile des Paradieses für sich zu beanspruchen, um so Vorteile gegenüber anderen Männern zu bekommen. Dazu kam dann noch, dass die Menschen so viele geworden waren, dass der Platz und auch das Essen manchmal knapp wurde. Streitigkeiten begannen auszubrechen, Neid und Misstrauen trieb die Menschen an.

Die meissten Menschen konnten sich noch erinnern, weshalb sie in's Paradies gekommen waren, und wie friedlich die Zeit damals war. Sie erkannten den Unterschied der jetztigen Entwicklung, und sie entschlossen sich, wieder einen friedlicheren Zustand herzustellen. Die Erinnerung an's alte Paradies nahmen sie sich als Ziel, und dem ordneten sie ihre Gewohnheiten und Triebe unter. Sie sorgten für eine gerechte Aufteilung von Essen, Trinken und Platz. Und sie regelten die Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Je ein Mann und eine Frau sollten in einer Beziehung leben. Um sicherzustellen dass dies allgemein bekannt war und jene welche die gerechte Ordnung zerstören wollten bestraft werden konnten, wurde die Paarbildung von Männern und Frauen in einer öffentlichen Zeremonie durchgeführt, und Kontakte zwischen Männern und Frauen ohne solche Beziehung wurden verboten.

So schafften es die Menschen tatsächlich, wieder Ruhe in's Paradies zu bringen. Es dauerte zwar eine Weile bis man sich an die Regeln gewohnt hatte, aber dadurch dass alle daran Teil nahmen, und weil man auch eindrucksvolle Zeremonien entwickelt hatte, stellte sich eine stabile Ordnung ein. Die Menschen waren wieder für eine Zeit lang glücklich.

Aber nicht mehr alle waren unbesorgt. Besonders die älteren Menschen, welche mit den Zeremonien und der Einhaltung der Ordnung betraut waren, wussten um die Gründe für ihre Aufgabe. Und dies trieb sie dazu, besonders streng gegenüber Verfehlungen zu sein, und schon kleinen Kindern zu drohen, wenn diese in Gefahr waren, unrechtes zu tun. Das war sehr wirkungsvoll, kaum jemand getraute sich noch, die Ordnung zu brechen. Aber die Menschen lebten in Angst, es war nicht mehr das gemeinsame Ziel nach einem friedlichen Zusammenleben das ihre Ordnung bestimmte, sondern die Angst davor, etwas verbotenes zu tun, etwas, das zu schrecklichen Zuständen führen würde, von denen sie aber nicht mehr wussten welche die sein sollten.

Und so gab es immer mehr Menschen, die an den alten Traditionen zu zweifeln begannen. Erst heimlich, dann fanden sich immer mehr zusammen. Sie entdeckten, dass die Welt nicht so war wie in der alten Tradition gesagt, das machte keinen Sinn mehr. Sie begannen, eine eigene Sprache zu finden für das was sie erkannten und taten. Mit entfernten Dingen begannen sie, die Sterne am Nachthimmel, das Wachstum der Pflanzen über das Jahr, alles was keinen Verdacht der Hüter der Traditionen erweckte. Und die Erfolge dabei bestärkten sie so sehr, bis sie zunehmend auch die Kernthemen der alten Ordnung in Zweifel ziehen konnten, um diese durch eine neue Ordnung zu ersetzen, welche den Menschen dienen sollte statt ungreifbare Traditionen zu befriedigen.

Und so lebten die Menschen wieder glücklich, für eine Weile.

Musiktipp: Don McLean - American Pie

Sonntag, 19. April 2009

Wettbewerb ist nicht genug

Es gibt ja diese naive Ansicht, dass in einer freien Wirtschaft der Wettbewerb dafür sorgt, dass sich die Wettbewerber gegenseitig anstacheln und so ein gutes Angebot für die Konsumenten entsteht.

So sagt man. Aber wieso ist das naiv?

Wettbewerb entsteht dadurch, dass die Wettbewerber um etwas konkurrieren, also z.B. um die Kundenentscheidung. Die man in Geld misst. Und daraus ergibt sich das gemeinsame Ziel der Wettbewerber: ihren Profit zu maximieren.

Ja, und?

Wo ein gemeinsames Ziel, da wird Kooperation. Entweder ausdrücklich, durch Preisabsprachen etc., oder auch nur aus einer Tendenz, die sich durch das gemeinsame Ziel ergibt, und die dazu führt dass die Wettbewerber gemeinsam danach streben den Kunden möglichst viel Geld abzuziehen. Die zu befriedigenden Kundenbedürfnisse sind dann nur noch ein Störfaktor den es zu minimieren gilt. Durch poppige Verpackungen und billige Ersatzstoffe lässt sich schon eine Weile von den eigentlichen Bedürfnissen ablenken.

Diese Raubtierkapitalisten gehören bekämpft!

Das macht u.a. die EU-Wettbewerbskommission, die Monopole und Absprachen aufspürt. Auch Österreich hat darin mit seinen vielen Vorschriften im Lebensmittelgesetz und auch anderswo eine lange Tradition. Das blöde ist, dass genau diese Regulierungen erstens von den Wettbewerbern vereinnahmt werden, so dass z.B. nur grosse Betriebe gewisse Regeln wirtschaftlich erfüllen können, und zweitens wird letztlich dadurch der Wettbewerb behindert, und auch darunter haben die Kunden zu leiden.

Na super. Die da oben richten es sich wieder mal'.

Na klar. Blöd wären sie wenn sie etwas anderes täten. Man kann der Misere aber beikommen, und das von zwei Seiten. Die eine ist, von unten: Selbsthilfe in kleinem Rahmen. Wenn die grossen Firmen auf die eigentlichen Kundenbedarfe vergessen, dann ist das eine Schwäche, die man für eigene Unternehmungen nützen kann. Nachbarschaftshilfe, Genossenschaften, gemeinnützige Projekte, Open Source Projekte. Social Business, wie das auf Neudeutsch heisst. Initiiert von Leuten, die ihre ungestillten Bedarfe selber spüren. Um so den Wettbewerb wieder für eine Weile näher an seine Gründe zu
bringen.


Aber da muss man ja selber etwas tun... Wie ist die andere Seite?

Die andere ist, von oben. Wann immer man über "die da oben" schimpft, ist das ein Indiz dass es eine Führungsschwäche gibt. Dass man glaubt, es selber besser zu können, oder zumindest etwas weis dass die übersehen haben. In Wirklichkeit ist man also selber "oben", zumindest ein kleines bisschen. Und anderen geht es ebenso. Demokratie, die Herrschaft der vielen, besteht darin die vielen Beiträge der Einzelnen zusammenzubringen und so die Repräsentanten über die Absicht der Mehrheit zu informieren. In der Politik sind entsprechende Strukturen etabliert, in der Wirtschaft eigentlich auch: wer Aktien einer Firma kauft, hat das Recht mitzubestimmen. Die Voraussetzungen wären also schon gegeben, man muss nur noch Aktien der Herstellern jener Waren und Dienste kaufen, die man selber in Anspruch nimmt, um dann ein Wörtchen mitzureden. Auch wenn das die Aktionärsversammlung möglicherweise unvorbereitet trifft.

Da muss man ja wieder selber etwas tun... und Geld kostet's auch!

Tja, es bleibt einem nichts erspart. Der Weg in die Unbequemlichkeit ist jedenfalls bequemer als der Weg wieder heraus, so gerecht ist das Leben. Trägheit ist eine Sünde, wussten schon die Katholiken. Die haben das sicher auch ausprobiert und bemerkt dass das zu unguten Zuständen führt. Aber an Gott glauben wir nicht mehr, also probieren wir's selber wieder aus. Von unten. Siehe oben.

Musiktipp: U2 - Zooropa

Samstag, 18. April 2009

Der ungeduldige Patient

Der Mann fühlte sich schwach, und so ging er zum Arzt. Dieser diagnostizierte eine schwere Krankheit und sagte dem Patienten, dass es nicht gut um ihn stünde, es gebe aber Hoffnung. Er verschrieb ihm ein Medikament.

Zufrieden ging der Mann nach Hause, nahm wie vorgeschrieben das Medikament ein. Aber sein Zustand besserte sich nicht, er fühlte sich eher schlechter. Nach einer Woche ging er wieder zum Arzt. Dieser meinte, aha, dann haben Sie eine besondere Form der Krankheit, dafür gibt es ein anderes Mittel. Er vermerkte den Fall sorgsam im Protokoll zur Kontrolle der Number Needed To Treat (NNT), und er verschrieb ein anderes Medikament.

Wieder ging der Mann nach Hause, mit einem neuen Medikament und mit neuer Hoffnung. Aber die Woche verging, und die Wirkung war wieder wie beim ersten Mal. Er wurde schwächer. Er begann, sich nach Alternativen umzuhören, kam jedoch auf keine einheitlichen Empfehlungen. Also ging er wieder zum Arzt, klagte über die Wirkungslosigkeit und fragte nach Alternativen. Der Arzt konnte davon nur abraten, diese Alternativen sind unkontrolliert, entsprechen nicht dem medizinischem Standard und werden auch nicht von der Krankenkasse bezahlt. Und er verschrieb das nächste Medikament aus der Liste der zur Diagnose passenden.

Der Mann war erstmal in seiner Ambivalenz den alternativen Methoden gegenüber bestätigt, und nahm also eine weitere Woche das verschriebene Medikament. Die Wirkung war aber wieder eine Schwächende. Und wie er so im Bett lag und sich gegen seinen zunehmend schlechter werdenden Zustand sträubte, fiel ihm auf dass er eigentlich Geld ausgab für Mittel, die ihm schadeten. Und dass er auf ein System vertraute, das von genau diesem Verhalten profitierte. Mit diesem Gedanken setzte er das Medikament ab und machte sich auf die Suche nach anderen Heilmöglichkeiten. Versprechungen glaubte er nicht mehr, aber das Gefühl, jetzt das Heft selbst in der Hand zu haben, machte ihn wieder stärker.

Webtipp: Wikipedia - Health Technology Assessment (HTA)

Freitag, 17. April 2009

Der selbstregulierende Markt

Regelmässig kamen die Menschen am Marktplatz zusammen, um dort ihre Waren anzubieten bzw. einzukaufen, was sie brauchten. Auch Geredet wurde viel, was so passiert war, was fehlte, usw.

Die findigen Unternehmer hörten daraus, was sie beim nächsten Markttag möglicherweise mit Erfolg verkaufen konnten. Das war natürlich nur Spekulation, aber ein Unternehmer der über denbestehenden Erfolg hinaus kommen will, muss ein Risiko eingehen. Besonders dann, wenn der bestehende Erfolg für ihn nicht ausreichend ist. Die guten Spekulanten kamen so in einen besonderen Ruf, weil sie immer die neuesten, begehrtesten Sachen anzubieten hatten; und gelegentlich kam es auch vor dass die Kunden Sachen kauften, die sie garnicht brauchten, von denen sie aber meinten dass sie jetzt modisch seien. Aber das ist eine eigene Geschichte.

Was den Marktteilnehmern verborgen blieb, war, dass manche Spekulanten begannen, das Netzwerk aus Anbietern, Käufern, Spekulation und Preisbildung für ihre Zwecke auszunutzen. Sie kauften bestimmte, vorzugsweise haltbare Waren, um den Preis für diese Waren in die Höhe zu treiben. Und dann, wenn die Nachfrage größer und das Angebot knapper wurde, wenn die Kunden Angst bekamen dass es einen Produktionsmangel geben könnte und deshalb begannen Vorräte anzulegen, dann begannen sie selber, aus ihrem Bestand zu verkaufen. Und sie machten grosse Gewinne dabei.

In der nächsten Saison mussten diese Übeltäter allerdings feststellen dass die Anbieter ihre Produktion ausgeweitet hatten, so dass sie auf Teilen ihres Lagerbestandes sitzen blieben und keinen Gewinn mehr machen konnten. Also verkauften sie ihre Lager leer, unterboten dabei notfalls die Preise der Produzenten, sodass diese Verluste machten. Um sich dann einer anderen Art von Ware zuzuwenden.

Die Menschen begannen einander zu misstrauen. Hatten die Produzenten ein Kartell gebildet, um die Konsumenten zu erpressen? War der Markt als Organisationsform den Anforderungen nicht mehr gewachsen? Würde es notwendig, alle Menschen minutiös zu überwachen, um den Fehler finden zu können? Diskussionen wurden geführt, Argumente kamen auf den Tisch und wurden mit Belegen abgesichert. Aber das Ergebnis passte nicht. Als ob jemand Waren aus dem Markt genommen und dann wieder hineingeschwindelt hätte um alle an der Nase herumzuführen, so erschien es.

Und so begann der Verdacht auf die fahrenden Händler zu fallen, die kamen und gingen, man kannte sie nicht so genau, und sie nahmen natürlich auch nicht an diesen Diskussionen teil. Also wurde entschieden, Spione auszusenden, um manche dieser Händler zu verfolgen. Und siehe da, man entdeckte deren Lager und deren übles Spiel, das sie auch auf anderen Marktplätzen trieben.

Die Marktteilnehmer sammelten Beweise, dokumentierten den schädlichen Einfluss auf die Gemeinschaft, und erhoben Anklage gegen die Übeltäter. Diese verteidigten sich vor Gericht, dass sie doch nichts illegales getan hatten. Alle Handel waren bezahlt worden, nichts wurde gestohlen, niemand bestochen. Der Richter stand vor einem Dilemma. Einerseits war klar, dass derartiges Verhalten in Zukunft verhindert und also unter Strafe gestellt werden musste. Andererseits war es unmöglich, den Angeklagten gemäß bestehenden Gesetzen zu verurteilen.

Aber als er die Lage überschlafen hatte, wurde ihm klar dass er nicht nur dem Gesetz sondern vor allem der Gerechtigkeit verpflichtet war. Und die sprach eindeutig gegen die Angeklagten. Also erteilte er ein dem entsprechendes Urteil, dokumentierte dieses, und im Weiteren wurde auf Basis dieses und folgender Urteile ein entsprechendes Gesetz erlassen.

Womit sich der Markt wieder einmal ganz von selbst geregelt hatte.

Webtipp: Jens Christian Heuer - Die Entdeckung der Unsichtbaren Hand