Dienstag, 11. Januar 2011

Der Vorurteilsgott

Der Vorurteilsgott war auf einem Auge erblindet. Er konnte nur noch sehen was er sehen wollte, und nicht mehr, was da war. So war er mit seiner Schöpfung besonders schnell, weil er keine Rücksicht zu nehmen brauchte auf die Gegebenheiten der Erde.

Eines Tages wollte der Vorurteilsgott unbedingt ein Pferd schaffen. Er schaute sich um, "Da!" Da bewegte sich etwas. "Du bist ein Pferd!" Und weil er ein Gott war, war das Krokodil das sich da bewegt hatte ab jetzt ein Pferd.

Der Vorurteilsgott sah sich seine Schöpfung eine Weile an und meinte dann, ein Pferd, das müsse doch schnell laufen. Das Krokodil watschelte los, so schnell es konnte - und das war ziemlich schnell, es war stolz auf sich.

Doch der Vorurteilsgott bemerkte nur: was für ein schlechtes Pferd, was für ein plumper Galopp das doch ist. Es war nicht so wie er sich das vorgestellt hatte, und zur Strafe für den Verstoss gegen die göttliche Ordnung verbannte er das Pferd in die Hölle.

Tipp: Das hässliche Entlein

Samstag, 8. Januar 2011

Der Glücksforscher

Der Glücksforscher erforschte seine Frau mit allen seinen Sinnen, berührte sie mit allen seinen Organen, an allen ihren Stellen.

Er merkte sich worauf sie glücklich reagierte und worauf unglücklich, damit er später später wusste was er wiederholen und weiter ausführen sollte und was nicht.

Wenn er etwas bereits bekanntes wiederholte, achtete er darauf ob sich etwas verändert hatte. Und manchmal testete er auch das unglückliche um auch da überprüfen zu können ob sich etwas verändert hatte.

Tipp: 77 Wege zum Glück - Flow

Freitag, 7. Januar 2011

Die Unfrau

Die Unfrau war keine Frau, sie war nur jemand der jedem Mann hiterher lief und alles tat was er wollte dass sie tue.

Von alleine tat und wollte sie nichts, ausser einen Mann finden der ihr sagte was sie tun solle.

Aber sie fand keinen, denn es war allen zu langweilig, so eine Unfrau zu haben, die nicht mehr konnte als man selbst.

Tipp: Wikipedia - Echo (Mythologie)

Donnerstag, 6. Januar 2011

Der Egoist

Der Egoist wollte etwas von den Frauen. Er wollte Sex, er wollte seinen Spass.

Er hatte sich früher immer solche gesucht die er leicht einschüchtern konnte, die liessen sich dann alles gefallen was er wollte. Aber das ging jetzt nicht mehr, die konnten zu leicht flüchten, und dann drohte man womöglich gar mit diesen unseeligen Frauenrechtsparagraphen.

Seither muss er sich mit Egoistinnen begnüngen, die wollen aber nur ihren eigenen Spass haben. Mit denen muss man sich dann abraufen, aber hin und wieder geht sich dann doch noch ein geiler Fick aus.

Tipp: focus.de - Mehr Egoismus, mehr Sex

Dienstag, 4. Januar 2011

Folgen

Der Führer schmiedete grosse Pläne, die sogleich in die Tat umgesetzt wurden.

Doch die Folgen waren erschreckend.

Daraufhin wurde der Führer abgesetzt, und die Menschen folgten dem, was die Welt vorgab.

Tipp: zitate.de - Führungskrise

Montag, 3. Januar 2011

Führen

Die Menschen liessen sich treiben. Treiben von dem was in der Welt so passierte. Sie reagierten darauf, taten was nötig war damit es ihnen wieder gut ging.

Doch irgendwann merkten sie, dass sie getrieben waren von den Folgen ihrer eigenen Reaktionen. Von dem dass sie nie beachtet hatten.

Und so beschlossen sie, die Verantwortung für die Folgen ihrer Taten zu übernehmen, und die Führung ihre Lebens in die eigene Hand zu nehmen.

Lesetipp: Wie weit reicht unsere Verantwortung? Verantwortungsbewusstsein

Sonntag, 2. Januar 2011

Die Vielfalt des Einen

Gott gab den Menschen ein Bewusstsein von ihm, auf dass sie ihre Rolle in seiner Schöpfung erfüllen konnten.

Es lief alles nach Plan - doch leider stellte sich heraus dass das Bewusstsein der Menschen nicht so umfangreich war wie nötig gewesen wäre, und so war der Plan den die Menschen hatten immer unvollkommen, und das Handeln der Menschen nach diesem Plan ging daher immer schief.

Ein Dilemma. Ohne Plan ging es nicht, und mit Plan ging es schief. Was tun?

In seiner Ratlosigkeit schuf Gott einfach eine andere Religion, um den Menschen ein anderes Bewusstsein von ihm zu vermitteln.

Es ging wieder schief. Er versuchte es mehrmals, immer mit dem gleichen Ergebnis. Schlimmer noch, die Menschen welche unterschiedliche Vorstellungen von Gott hatten begannen sich zu streiten, zu bekämpfen gar. Dabei wurden beträchtliche Teile von Gottes Werk ruiniert.

Doch dann passierte etwas sogar für Gott überraschendes. Die Menschen hatten gelernt mit ihren verschiedenen Ansichten irgendwie zurecht zu kommen. Und es stellte sich heraus dass sich die Menschen mit verschiedenen Ansichten, in ihrer Mischung, so gut ergänzten dass sie den Absichten Gottes besser entsprachen.

Tipp: Religionsfreiheit: Glauben und Glauben lassen