Hermine war sehr geschäftig, viele Dinge hatte sie in ihrem Haushalt, alles hatte sie unter Kontrolle - alles hatte seinen Platz, sie wusste wo der war, und legte nach Gebrauch auch immer wieder alles dort hin wo es hin gehörte.
Doch seit Hermine in eine neue Wohnung gezogen war, schienen die Sachen wie spurlos zu verschwinden. Auch so unwichtige Dinge wie Kugelschreiber, die sicher niemand stehlen würde. Sie kaufte eine Packung davon ein, und nach einer Weile war nichts mehr davon da.
Und das obwohl sie sicher nicht so viel verbraucht und weggeworfen hatte... Bis sie eines Tages, beim Frühjahrsputz, verschiedene Lagerstätten von Kugelschreibern fand. Sie hatte die Kugelschreiber offensichtlich irgendwo hingelegt wo Platz frei gewesen war, aber gesucht hatte sie nur an jenen Stellen wo sie meinte dass die Kugelschreiber hätten sein müssen. Wie es in der alten Wohnung gewesen wäre.
Tipp: Wikipedia - Kognitive Dissonanz
Freitag, 30. Oktober 2009
Donnerstag, 29. Oktober 2009
Die Ur-Entscheidung
Die Umstände drängten, eine schnelle Entscheidung war gefragt. Peter tat einfach irgend etwas, das ihm ad hoc gerade einfiel, und siehe da es funktionierte. Und weil es funktionierte, blieb er dabei.
Später, als man Peter fragte, warum er das so mache, konnte er es eigentlich auch nicht sagen. Weil er aber nicht zugeben wollte, dass er nur die erstbeste Möglichkeit gewählt hatte, erfand er dann doch auch eine Geschichte dazu. Dass es sich um ein überliefertes Gehiemnis handle, sagte er.
Weil es funktionierte, ahmten es ihm andere nach, und so wurde es tatsächlich zu einem überlieferten Geheimnis, und man schmückte die Geschichte um Peter's Werk dem entsprechend aus.
Erst als es nicht funktionierte, wegen veränderten Umständen und veränderter Gesellschaft, begann man daran zu zweifeln, und bemerkte dass die überlieferten Geschichten nicht nachvollziehbar waren und die ganze Methode offenbar nur ein Irrtum oder gar eine Betrügerei mit der trotz Unwirksamkeit Geld verdient wurde.
Tipp: wissenschaft.de - Gordischer Knoten rekonstruiert
Später, als man Peter fragte, warum er das so mache, konnte er es eigentlich auch nicht sagen. Weil er aber nicht zugeben wollte, dass er nur die erstbeste Möglichkeit gewählt hatte, erfand er dann doch auch eine Geschichte dazu. Dass es sich um ein überliefertes Gehiemnis handle, sagte er.
Weil es funktionierte, ahmten es ihm andere nach, und so wurde es tatsächlich zu einem überlieferten Geheimnis, und man schmückte die Geschichte um Peter's Werk dem entsprechend aus.
Erst als es nicht funktionierte, wegen veränderten Umständen und veränderter Gesellschaft, begann man daran zu zweifeln, und bemerkte dass die überlieferten Geschichten nicht nachvollziehbar waren und die ganze Methode offenbar nur ein Irrtum oder gar eine Betrügerei mit der trotz Unwirksamkeit Geld verdient wurde.
Tipp: wissenschaft.de - Gordischer Knoten rekonstruiert
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Entdeckt
Karin hatte einen schweren Tag gehabt. Der Arbeitstag war lang gewesen, viele Kunden waren zu bedienen, manche davon hatten es ihr auch noch schwer gemacht.
So war das erste was sie tat, als sie zu Hause angekommen war, ihre Sachen beiseite zu legen, sich selber auf das Sofa zu legen, und einzudösen.
Währenddessen kam Gott bei einem seiner seltenen Besuche auf der Erde zufällig bei ihr vorbei, sah wie sie so faul da lag, ihre Wohnung unordentlich, ihre Pflichten vernachlässigt.
Also bestrafte er sie mit einem schlechten Gewissen, auf dass sich das nicht wiederholte. Und der Teufel freute sich, wie immer wenn jemand etwas in seinem Sinne tat.
Tipp: kontextfrei
So war das erste was sie tat, als sie zu Hause angekommen war, ihre Sachen beiseite zu legen, sich selber auf das Sofa zu legen, und einzudösen.
Währenddessen kam Gott bei einem seiner seltenen Besuche auf der Erde zufällig bei ihr vorbei, sah wie sie so faul da lag, ihre Wohnung unordentlich, ihre Pflichten vernachlässigt.
Also bestrafte er sie mit einem schlechten Gewissen, auf dass sich das nicht wiederholte. Und der Teufel freute sich, wie immer wenn jemand etwas in seinem Sinne tat.
Tipp: kontextfrei
Montag, 26. Oktober 2009
Menschen machen
Die Macher waren bekannt für ihre Werkzeuge, Gebäude und Maschinen. Sie konnten das sehr gut, Material schneiden, hämmern, biegen, verkleben, aufeinander bauen, uvm.
Weil sie diese Methoden so gut beherrschten, wendeten sie sie auch auf Menschen an. Die Kinder wurden so lange gelobt, geschlagen, gelockt, bedroht, gequält oder sonstwie behandelt, bis sie so waren wie sie sein sollten.
Es funktionierte tadellos, die Macher waren wie immer sehr stolz auf ihre Werke. Sie hatten die besten Soldaten, Arbeiter, Manager und Sportler, alle nach dem Bild des perfekten Menschen geschaffen.
Nur hin und wieder meinte einer von ihnen, dass er zwar funktionierte aber nicht lebte und sich deshalb an allen bis in den Tod rächem müsste, die ihm das angetan hätten. Diese Ausreisser wurden selbstverständlich umgehend beseitigt.
Tipp: malevole - Programming Language Inventor or Serial Killer?
Weil sie diese Methoden so gut beherrschten, wendeten sie sie auch auf Menschen an. Die Kinder wurden so lange gelobt, geschlagen, gelockt, bedroht, gequält oder sonstwie behandelt, bis sie so waren wie sie sein sollten.
Es funktionierte tadellos, die Macher waren wie immer sehr stolz auf ihre Werke. Sie hatten die besten Soldaten, Arbeiter, Manager und Sportler, alle nach dem Bild des perfekten Menschen geschaffen.
Nur hin und wieder meinte einer von ihnen, dass er zwar funktionierte aber nicht lebte und sich deshalb an allen bis in den Tod rächem müsste, die ihm das angetan hätten. Diese Ausreisser wurden selbstverständlich umgehend beseitigt.
Tipp: malevole - Programming Language Inventor or Serial Killer?
Sonntag, 25. Oktober 2009
Woran man Menschenfresser erkennt
Mein Sohn, Du wirst eines Tages auf Dich selber aufpassen müssen draussen in der Welt. Viele Gefahren werden Dich erwarten, und ich kann Dich nur auf wenige vorbereiten.
Eine davon sind die Menschenfresser. Sie sind schwer zu erkennen, nur manchmal verraten sie sich, durch das, was sie über sich selbst oder die Welt sagen. Ich habe hier einige Beispiele:
* "Der Mensch ist nichts ohne Gott."
* "Geht's der Wirtschaft gut, geht's allen gut."
* "Die öffentlichen Pensionen werden zusammenbrechen, jeder muss für sich selbst vorsorgen."
* "Man muss sich selbst ausbeuten um es zu etwas zu bringen."
Achte immer darauf, wie es den Menschen ergeht die mit möglichen Menschenfressern in Kontakt gekommen sind - geht es ihnen gut oder gar besser als vorher - oder sind sie danach in Stress, Not, Angst, Krankheit, Abhängigkeit? Glaube nichts von dem was man sagt. Nur an der Wirkung kannst Du sie zuverlässig erkennen.
Tipp: Wikipedia - Vampir
Eine davon sind die Menschenfresser. Sie sind schwer zu erkennen, nur manchmal verraten sie sich, durch das, was sie über sich selbst oder die Welt sagen. Ich habe hier einige Beispiele:
* "Der Mensch ist nichts ohne Gott."
* "Geht's der Wirtschaft gut, geht's allen gut."
* "Die öffentlichen Pensionen werden zusammenbrechen, jeder muss für sich selbst vorsorgen."
* "Man muss sich selbst ausbeuten um es zu etwas zu bringen."
Achte immer darauf, wie es den Menschen ergeht die mit möglichen Menschenfressern in Kontakt gekommen sind - geht es ihnen gut oder gar besser als vorher - oder sind sie danach in Stress, Not, Angst, Krankheit, Abhängigkeit? Glaube nichts von dem was man sagt. Nur an der Wirkung kannst Du sie zuverlässig erkennen.
Tipp: Wikipedia - Vampir
Samstag, 24. Oktober 2009
Das Gold der anderen
Helmut wuchs am Rande der Stadt auf. Er war ein kräftiger Junge, aber schüchtern, und so spielte er lieber im angrenzenden Wald als auf dem Spielplatz mit den anderen Kindern. Das ließ ihm die anderen manchmal fremd und unverständlich vorkommen, aber er war klug und so hatte er eigentlich keine Probleme, mit der Schule und der Arbeit zurechtzukommen. Doch er blieb Einzelgänger. Irgendwie konnte er nicht verstehen, wie es zustande kam dass sich die Menschen zu Gruppen zusammenfanden und miteinander redeten.
Was er sehr wohl erkennen konnte war, welche Rolle das Gold im Leben der Menschen spielte. Man gab es aus, und bekam dafür zu Essen, Trinken, Wohnen, schnelle Pferde, modische Kleider, und den schönen Frauen schien das auch zu gefallen. Man arbeitete den Vorgaben anderer folgend und bekam dafür Gold. Jene, die viel Gold hatten wurden bestaunt und bewundert, manche auch beneidet. Jene, die kein Gold hatten wurden schlecht behandelt, sie mussten betteln und bekamen auch keine Möglichkeit um sich Gold zu verdienen.
Eins war Helmut sonnenklar: man muss möglichst viel Gold ansammeln, um es im Leben zu etwas zu bringen. Und so stürzte er sich in die Arbeit und gab dabei möglichst wenig Gold aus, um also möglichst reich und angesehen zu werden. Die Zeit verging, Helmut arbeitete und sparte, an seinem Leben änderte sich aber nichts, weder wurde er angesehen noch gehörte er zu den Reichen. Also arbeitete er mehr, und mehr, und mehr. Bis er eines Tages nicht mehr wollte.
Erschrocken stellte er fest, dass ihm die Menschen nicht mehr nur etwas fremd waren, er hasste sie. Er hasste sie dafür, dass sie alle nur dem Gold nachjagten, dass es in den Gesprächen nur noch um Gold ging oder um Sachen die des Goldes wegen wichtig waren. Er wollte damit nichts mehr zu tun haben, kündigte Arbeit und Wohnung, nahm sich einen Rucksack und ging.
Anfangs streifte er noch in und um die Stadt herum, mied aber immer jene Menschen die ihn wiedererkennen könnten. Dann ging er weiter weg, in den Wald. Dort erinnerte er sich an seine Kindheit, und er merkte plötzlich wie anders das Leben in der Natur doch war. Das Wasser aus dem Bach zu trinken, Fische aus dem See zu fangen und am Feuer zu braten, alles war so leicht und geruhsam. Helmut fragte sich wieso in aller Welt die anderen Menschen bloß in der Stadt lebten und diesen Trubel veranstalteten. Wussten die nichts von den Schönheiten des Waldes?
Nach einer Weile packte er aber wieder den Rucksack und zog weiter, um mehr von der Welt zu sehen. Durch verschiedene Landschaften wanderte er, in eine weite Ebene hinein. Er fühlte sich ungemein frei, der Horizont schien in unendlich weiter Ferne zu sein, der nächtliche Sternenhimmel war so klar wie er ihn noch nie zuvor gesehen hatte, und er ging den Sternen nach. [++Nicht dass er gewusst hätte wohin sie ihn führten, er wollte einfach eine Weile in dieselbe Richtung gehen und nicht im Keis.] Bis er merkte dass die Wasserstellen immer seltener wurden, und sein Vorrat sich schnell leerte. Erschrocken machte er kehrt, aber die letzte Wasserstelle hatte ebenfalls weniger Wasser als noch Tage zuvor. Es war eine Trockenzeit. Und die nächste Hoffnung bot ein Gebirge, dem er bisher ausgewichen war.
Er strebte also von nun an in diese Richtung, vor allem in der Nacht ging er, um tagsüber nicht so viel zu schwitzen. Und von sich selbst erschrocken musste er feststellen dass er, wann immer er zu einer Wasserstelle kam, sich nicht mehr zurückhalten konnte vor Durst, auch schmutziges Wasser trank er ohne lange zu zögern und trotzdem er wusste dass er davon Bauchschmerzen bekam. Nur die Hoffnung auf den Berg ließ ihn die Not des Überlebens lindern.
Die Ankunft am Berg brachte die Erlösung. Es gab dort eine Quelle mit frischem Wasser, und er konnte die Nächte wieder durchschlafen. Es war wie das Paradies auf Erden, obwohl es eigentlich dort nichts besonderes gab, aber er war einfach von der Lebensbedrohung befreit und konnte sich wieder erholen. Ein Gefühl großer Dankbarkeit stellte sich bei ihm ein. Weil niemand da war an dem er es festmachen hätte können, war er einfach der ganzen Welt dankbar. Und so stieg Helmut auf den Berg, um das auch der ganzen Welt mitteilen zu können.
Oben auf dem Gipfel konnte er weit über das Land sehen, die Wüste die er durchquert hatte, das Waldgebiet, und, gar nicht so weit entfernt, die Stadt mit den Menschen. Von hier oben boten diese einen ihm neuartigen Anblick. Die Reihen der Felder und Häuser, die Arbeitsstätten, die Strassen und die Fuhrwerke mit denen man Güter umherbewegte, die Handelsplätze an denen man diese austauschte, und die Plätze auf denen die Menschen spazierten und sich begegneten. Je länger er hinsah, desto verwirrender erschien ihm aber das Bild. Güter schienen im Kreis transportiert zu werden, manche wurden hergestellt, umhertransportiert, vorgezeigt und dann weggeworfen. Der große Müllberg am hinteren Ende der Stadt war ihm vorher nie aufgefallen. Er dachte, dass das doch alles viel einfacher gehen müsste, mit viel weniger Aufwand - und dann wurde ihm klar, dass das alles deshalb so geschah weil die Menschen nach Gold strebten, so wie er in der Wüste nach Wasser. In seinem ganzen Leben in der Stadt war er nie auf die Idee gekommen, etwas anders zu machen.
Entschlossen dies zu ändern, ging Helmut in die Stadt und versuchte den Menschen zu erklären welchen Unsinn sie eigentlich anstellten mit ihrem Streben nach Gold. Er wurde aber nur belächelt oder gar verstossen, so wie die Bettler. Und das obwohl er eigentlich gar kein Gold wollte. Aber, als ihn doch jemand fragte, wo er denn her käme, weil er so seltsam redete, erzählte er eine Geschichte seiner Reise, und immerhin begannen ihm einige Menschen zuzuhören. Auf die Frage, ob es in dem Wald auch Gold gegeben hätte, antwortete er etwas unwirsch mit Nein. Bis ihm klar wurde dass er eigentlich nie nach Gold gesucht hatte, waren die Zuhörer schon weg. Bei einer anderen Gelegenheit fragte ihn jemand ob denn die Wüste immer trockener werde, und er meinte, ja, das Wasser wurde immer weniger. Dabei stellte er fest dass die Zuhörer aufmerksamer wurden, und so sprach er weiter. Es könnte so weit kommen dass sich die Trockenheit auch im Wald ausbreitet, und dann wäre auch die Stadt bedroht. Die Zuhörer waren betroffen, man entschloss sich Forscher auszusenden um die Lage zu erkunden. Die Idee von Anpflanzungen und Bewässerungen kam auf.
Helmut war im Zweifel, ob er er damit nicht etwas ungewolltes ausgelöst hätte. Aber es war ja nicht ausgeschlossen dass sich die Wüste ausbreitete, und die Forscher prüften ja auch nach. Außerdem bewirkte diese Bedrohungssituation eine Änderung im Verhalten der Menschen, es ging nicht mehr um Gold sondern darum eine Bedrohung abzuwenden, und das war auch in seinem Sinn. Und falls es doch keine Bedrohung gewesen wäre, so gäbe es danach immerhin die Möglichkeit in dem neuen Land eine neue Siedlung aufzubauen. Mit seinen Erfahrungen und seiner Motivation wurde er zu einem gefragten Mann unter denen die sich an diesem Projekt beteiligten, und das erste Mal in seinem Leben war Helmut bei den anderen dabei.
Was er sehr wohl erkennen konnte war, welche Rolle das Gold im Leben der Menschen spielte. Man gab es aus, und bekam dafür zu Essen, Trinken, Wohnen, schnelle Pferde, modische Kleider, und den schönen Frauen schien das auch zu gefallen. Man arbeitete den Vorgaben anderer folgend und bekam dafür Gold. Jene, die viel Gold hatten wurden bestaunt und bewundert, manche auch beneidet. Jene, die kein Gold hatten wurden schlecht behandelt, sie mussten betteln und bekamen auch keine Möglichkeit um sich Gold zu verdienen.
Eins war Helmut sonnenklar: man muss möglichst viel Gold ansammeln, um es im Leben zu etwas zu bringen. Und so stürzte er sich in die Arbeit und gab dabei möglichst wenig Gold aus, um also möglichst reich und angesehen zu werden. Die Zeit verging, Helmut arbeitete und sparte, an seinem Leben änderte sich aber nichts, weder wurde er angesehen noch gehörte er zu den Reichen. Also arbeitete er mehr, und mehr, und mehr. Bis er eines Tages nicht mehr wollte.
Erschrocken stellte er fest, dass ihm die Menschen nicht mehr nur etwas fremd waren, er hasste sie. Er hasste sie dafür, dass sie alle nur dem Gold nachjagten, dass es in den Gesprächen nur noch um Gold ging oder um Sachen die des Goldes wegen wichtig waren. Er wollte damit nichts mehr zu tun haben, kündigte Arbeit und Wohnung, nahm sich einen Rucksack und ging.
Anfangs streifte er noch in und um die Stadt herum, mied aber immer jene Menschen die ihn wiedererkennen könnten. Dann ging er weiter weg, in den Wald. Dort erinnerte er sich an seine Kindheit, und er merkte plötzlich wie anders das Leben in der Natur doch war. Das Wasser aus dem Bach zu trinken, Fische aus dem See zu fangen und am Feuer zu braten, alles war so leicht und geruhsam. Helmut fragte sich wieso in aller Welt die anderen Menschen bloß in der Stadt lebten und diesen Trubel veranstalteten. Wussten die nichts von den Schönheiten des Waldes?
Nach einer Weile packte er aber wieder den Rucksack und zog weiter, um mehr von der Welt zu sehen. Durch verschiedene Landschaften wanderte er, in eine weite Ebene hinein. Er fühlte sich ungemein frei, der Horizont schien in unendlich weiter Ferne zu sein, der nächtliche Sternenhimmel war so klar wie er ihn noch nie zuvor gesehen hatte, und er ging den Sternen nach. [++Nicht dass er gewusst hätte wohin sie ihn führten, er wollte einfach eine Weile in dieselbe Richtung gehen und nicht im Keis.] Bis er merkte dass die Wasserstellen immer seltener wurden, und sein Vorrat sich schnell leerte. Erschrocken machte er kehrt, aber die letzte Wasserstelle hatte ebenfalls weniger Wasser als noch Tage zuvor. Es war eine Trockenzeit. Und die nächste Hoffnung bot ein Gebirge, dem er bisher ausgewichen war.
Er strebte also von nun an in diese Richtung, vor allem in der Nacht ging er, um tagsüber nicht so viel zu schwitzen. Und von sich selbst erschrocken musste er feststellen dass er, wann immer er zu einer Wasserstelle kam, sich nicht mehr zurückhalten konnte vor Durst, auch schmutziges Wasser trank er ohne lange zu zögern und trotzdem er wusste dass er davon Bauchschmerzen bekam. Nur die Hoffnung auf den Berg ließ ihn die Not des Überlebens lindern.
Die Ankunft am Berg brachte die Erlösung. Es gab dort eine Quelle mit frischem Wasser, und er konnte die Nächte wieder durchschlafen. Es war wie das Paradies auf Erden, obwohl es eigentlich dort nichts besonderes gab, aber er war einfach von der Lebensbedrohung befreit und konnte sich wieder erholen. Ein Gefühl großer Dankbarkeit stellte sich bei ihm ein. Weil niemand da war an dem er es festmachen hätte können, war er einfach der ganzen Welt dankbar. Und so stieg Helmut auf den Berg, um das auch der ganzen Welt mitteilen zu können.
Oben auf dem Gipfel konnte er weit über das Land sehen, die Wüste die er durchquert hatte, das Waldgebiet, und, gar nicht so weit entfernt, die Stadt mit den Menschen. Von hier oben boten diese einen ihm neuartigen Anblick. Die Reihen der Felder und Häuser, die Arbeitsstätten, die Strassen und die Fuhrwerke mit denen man Güter umherbewegte, die Handelsplätze an denen man diese austauschte, und die Plätze auf denen die Menschen spazierten und sich begegneten. Je länger er hinsah, desto verwirrender erschien ihm aber das Bild. Güter schienen im Kreis transportiert zu werden, manche wurden hergestellt, umhertransportiert, vorgezeigt und dann weggeworfen. Der große Müllberg am hinteren Ende der Stadt war ihm vorher nie aufgefallen. Er dachte, dass das doch alles viel einfacher gehen müsste, mit viel weniger Aufwand - und dann wurde ihm klar, dass das alles deshalb so geschah weil die Menschen nach Gold strebten, so wie er in der Wüste nach Wasser. In seinem ganzen Leben in der Stadt war er nie auf die Idee gekommen, etwas anders zu machen.
Entschlossen dies zu ändern, ging Helmut in die Stadt und versuchte den Menschen zu erklären welchen Unsinn sie eigentlich anstellten mit ihrem Streben nach Gold. Er wurde aber nur belächelt oder gar verstossen, so wie die Bettler. Und das obwohl er eigentlich gar kein Gold wollte. Aber, als ihn doch jemand fragte, wo er denn her käme, weil er so seltsam redete, erzählte er eine Geschichte seiner Reise, und immerhin begannen ihm einige Menschen zuzuhören. Auf die Frage, ob es in dem Wald auch Gold gegeben hätte, antwortete er etwas unwirsch mit Nein. Bis ihm klar wurde dass er eigentlich nie nach Gold gesucht hatte, waren die Zuhörer schon weg. Bei einer anderen Gelegenheit fragte ihn jemand ob denn die Wüste immer trockener werde, und er meinte, ja, das Wasser wurde immer weniger. Dabei stellte er fest dass die Zuhörer aufmerksamer wurden, und so sprach er weiter. Es könnte so weit kommen dass sich die Trockenheit auch im Wald ausbreitet, und dann wäre auch die Stadt bedroht. Die Zuhörer waren betroffen, man entschloss sich Forscher auszusenden um die Lage zu erkunden. Die Idee von Anpflanzungen und Bewässerungen kam auf.
Helmut war im Zweifel, ob er er damit nicht etwas ungewolltes ausgelöst hätte. Aber es war ja nicht ausgeschlossen dass sich die Wüste ausbreitete, und die Forscher prüften ja auch nach. Außerdem bewirkte diese Bedrohungssituation eine Änderung im Verhalten der Menschen, es ging nicht mehr um Gold sondern darum eine Bedrohung abzuwenden, und das war auch in seinem Sinn. Und falls es doch keine Bedrohung gewesen wäre, so gäbe es danach immerhin die Möglichkeit in dem neuen Land eine neue Siedlung aufzubauen. Mit seinen Erfahrungen und seiner Motivation wurde er zu einem gefragten Mann unter denen die sich an diesem Projekt beteiligten, und das erste Mal in seinem Leben war Helmut bei den anderen dabei.
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Verbotene Jugend
Die Jugend tollte und tobte herum, probierte alles aus, lernte alles kennen, sammelte viele Erfahrungen.
Den Alten reichte es. Sie wollten nicht mehr mit ansehen, wie die Jungen alles zerstörten, alle Traditionen missachteten.
Sie stellten strenge Regeln auf, Disziplin, Ruhe und Ordnung wurde hergestellt, alle Abweichungen strengstens bestraft.
Zufrieden sahen sie auf ihr Werk. Die Jugend lebte friedlich, so wie es ihnen gefiel. Wie es den Alten gefiel, wohlgemerkt.
Die Jungen aber, es mangelte ihnen an Erfahrung. Sie konnten und kannten nur was sie durften. Sie trauten sich sonst nichts.
Und so verfiel die Gesellschaft in eine grosse Depression, es kam nichts neues mehr zustande, man wartete auf das Ende.
Tipp: india.de - Generationskonflikte (und Jugendsünden)
Den Alten reichte es. Sie wollten nicht mehr mit ansehen, wie die Jungen alles zerstörten, alle Traditionen missachteten.
Sie stellten strenge Regeln auf, Disziplin, Ruhe und Ordnung wurde hergestellt, alle Abweichungen strengstens bestraft.
Zufrieden sahen sie auf ihr Werk. Die Jugend lebte friedlich, so wie es ihnen gefiel. Wie es den Alten gefiel, wohlgemerkt.
Die Jungen aber, es mangelte ihnen an Erfahrung. Sie konnten und kannten nur was sie durften. Sie trauten sich sonst nichts.
Und so verfiel die Gesellschaft in eine grosse Depression, es kam nichts neues mehr zustande, man wartete auf das Ende.
Tipp: india.de - Generationskonflikte (und Jugendsünden)
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