Mittwoch, 9. Dezember 2009

Gottes Repräsentanten, seine Diener und der Rest der Welt

Zu Repräsentanten Gottes wurden jene, welche einen unerschütterlichen Glauben an Gott hatten. Egal wie ungünstig die Umstände waren, sie fühlten und verhielten sich immer so als würden sie im Reich Gottes leben, und das strahlten sie auch aus.

Zu Dienern Gottes wurden jene, welche zwar in der wirklichen Welt lebten, welche aber auch auf die Repräsentanten Gottes achteten und ihre Taten danach ausrichteten, um die Welt wie sie war ein Stück näher an den vom Reich Gottes verheissenen Zustand zu bringen.

Und dann war da noch der Rest der Welt, die Menschen die keinen Sinn und keine Tat für Gott übrig hatten sondern nur ihren eigenen Gelüsten, Drängen und Nöten nachgingen. Sie waren eine Bedrohung für die Repräsentanten Gottes, und die Diener Gottes bekämpften sie nach Kräften.

Da tippte Gott einem seiner Repräsentanten auf die Schulter und flüsterte ihm in's Ohr: Duuu, ich bin garnicht oben, und es gibt auch keinen Rest der Welt. Es gibt nur verschiedene Auffassungen von mir, meine Repräsentationen in den verschiedenen Bereichen der Welt sind verschieden. Hör' also auf zu Wollen das die Welt so wird wie Du bist, sondern konzentriere Dich wieder auf Deinen Bereich.

Und sprich bei Gelegenheit mit jenen die anders sind als Du es bist. Keine Angst, ihr habt schon etwas gemeinsam, Ihn müsst aber erst herausfinden was es ist.

Tipp: Die Kulturgeschichte des Himmels

Dienstag, 8. Dezember 2009

Schülermoral

Der Mensch ist gut, wenn er weis wonach er gefragt wird.
Der Mensch ist schlecht, wenn er nicht weis wonach er gefragt wird.

Alle Menschen wissen das gleiche.
Nur die schlechten Menschen haben Bildungsmängel.

Die Lehrer geben vor, was Wissen ist. Gute Menschen wiederholen genau das.
Nur schlechte Menschen bilden sich selber etwas ein.

Tipp: Wikipedia - Turing Test

Montag, 7. Dezember 2009

Aufklärung

Die Welt war in einem erschreckenden Zustand. So vieles war schlecht, dauernd war etwas zu wenig, nur böse Taten wurden begangen, und überhaupt hätte alles anders sein sollen.

Die Menschen waren überfordert damit, die Welt zu retten.

Der Aufklärer wollte nicht mehr in so einer Welt leben, er wollte nicht mehr immer nur reparieren was andere kaputt gemacht hatten.

Und so sah er sich die Welt selber an.

Er fand, dass die Dinge so waren wie sie waren. Es war von allem so viel da wie da war, und manche wollten mehr Geld verdienen. Es wurden Taten begangen, und andere hatten etwas dagegen. Es war alles wie es war.

Nur die Menschen waren unzufrieden.

Und als er schon beginnen wollte, die Unzufriedenheit der Menschen anzuprangern, dämmerte ihm dass die Menschen deshalb unzufrieden waren, weil sie damit überfordert waren die Welt zu retten...

Es genügte wenn er die Welt als in Ordnung darstellte.

Musiktipp: Melanie C - First Day of my Life

Sonntag, 6. Dezember 2009

Unmachbar

Er liebte es den direkten Weg zu gehen. Wenn er etwas tun wollte, dann tat er das einfach. Bis er eine Frau haben wollte. Da kam er nicht mehr weiter. Er konnte sich nur ausmalen welche er denn gerne haben würde, aber er konnte keine machen.

Natürlich hatte er probiert, sich einfach eine zu nehmen und festzuhalten. Aber sie hatte sich dann so verändert, dass er sie nicht mehr wollte. Nein, das ging nicht, er musste sie wieder frei lassen.

Wie konnte er nun zu einem Ziel kommen, das er sich nicht nehmen konnte? Er war ratlos, ohnmächtig, suchte ohne zu wissen was. In seiner Verzweiflung begann er zu denken was denn eine wie die begehrte Frau denken würde, und er fand dass sie einen für sie passenden Mann wählen würde, einen der für sich selber und für sie sorgen konnte und auch würde.

Und so beschloss er zu tun was er für nötig hielt, um dieses Ziel zu erreichen. Die Bestätigung dessen was er für den erfolgreichen Weg hielt würde von ihr kommen. Losgehen musste er aber allein.

Tipp: Cosmopolitan - Wundertüte Mann

Samstag, 5. Dezember 2009

Die Ganze Welt

Niewu konnte nicht gut sehen. Sie konnte nicht ein Ding vom anderen unterscheiden, es war ihr alles verschwommen, unklar.

Sie sah nur die ganze Welt, die ganze Zeit.

Und was sie sah war, dass die Welt grösser geworden war. Sie dachte sich, dass die gut zu sich sein musste, denn was schlecht zu sich ist würde sich zerstören.

Sie erkannte die Eigenschaften des Ganzen.

Die Welt ist gut, die Welt ist gross, und sie wächst und entwickelt sich. Wie das junge Lebewesen so tun.

Tipp: Eigenschaften der Sternzeichen

Freitag, 4. Dezember 2009

Opferkult

Der Vergewaltiger erfasste sein Opfer, schwächte es so weit bis es nicht mehr selber lebensfähig war, aber doch nicht so sehr als dass es nicht mehr für ihn hätte arbeiten konnten.

Das Opfer befand sich in einer ausweglosen Lage und machte das beste daraus, verherrlichte den Vergewaltiger als Beschützer und gab alles für ihn, um nicht seine Gunst zu verlieren.

Tipp: Krimipedia - Stockholm Syndrom

Dienstag, 1. Dezember 2009

Allwissenschaft

... oder wie man es schafft sicherzustellen dass alle alles wissen:

1. Man finde eine Theorie zur Erklärung von irgendwas,
2. man finde ein Experiment, mit dem man die Theorie bestätigt,
3. man baue die Theorie zu einem komplexen Gebilde aus und finde eine metaphysische Begründung dafür, aus der sich die Theorie und das Experiment ableiten lässt,
4. man bestätige dieses metaphysische Gebilde immer wieder mit denselben Experimenten,
5. man schliesse alles, was sich nicht auf diese Begründung zurück führen lässt, von vornherein als falsch aus.

Und somit wird klar: alles was sich begründet lässt weis man, und alles andere ist falsch. Somit weis man alles.

q.e.d.

Tipp: Josh Peck - Why Nerds Think They Know Everything