Donnerstag, 13. August 2009

Engagement vs. Wirklichkeit

Engagiert ging Hugo sein Studium an, fleissig lernte er, bekam gute Noten. Und so kam es dass er nach dem Studium als Assistent an der Universität blieb, um dort, weiterhin mit vollem Engagement, selbst Studenten zu unterrichten und eigene Forschungen zu betreiben.

Doch das anfängliche Engagement flaute langsam ab und schlug in Frustration um. Viele Studenten wollten garnicht so viel lernen, viele Forschungskollegen, mit deren Arbeiten er sich beschäftigte, waren anscheinend auch kaum an der Forschung interessiert, und seine eigene Situation war misslich, er wurde aufgerieben zwischen den Aufgaben der Lehre und dem Wettbewerb in der Forschung.

Und irgendwann wurde ihm klar, in Wirklichkeit ging es an dieser Universität um etwas ganz anderes als er geglaubt hatte. Die Rahmenbedingungen waren klar: man muss als Assistent eine möglichst grosse Anzahl an Forschungspapieren produzieren, und daneben gibt es noch eine Mindestanzahl an Stunden die man für Lehrveranstaltungen aufwenden musste.

Beides zusammen führte zwar nach Hugo's Meinung zur Vernachlässigung der Basis und zur Produktion überflüssiger Forschungspapiere, aber, er hätte unrecht getan gegen die vorgegebenen Rahmenbedingungen zu verstossen, also beteiligte er sich an diesem Spiel. Die Verantwortung dafür trugen andere, die waren zwar weit weg und achteten nur auf jene Zahlen die sie optimieren wollten, aber auch das zu ändern war nicht seine Aufgabe.

Ab jetzt arbeitete er nur noch für'n Hugo.

Tipp: Innere Kündigung: der Schuss ins eigene Knie

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