Montag, 17. August 2009

Die Hölle

Einst hatten die Menschen furchtbare Umstände erlebt. Sie hatten neue Länder erobert, neue Freiheit gewonnen, aber sie wussten noch nicht wie man damit umgeht, sie machten sich alles selber wieder kaputt.

In ihrer Not halfen sie sich selbst, erzählten sich Geschichten von den gelungenen und den misslungenen Situationen, von guten und bösen Taten. In besondere Gemeinschaftsräume kamen sie zusammen um dort Rituale auszuführen welche ihre emotionale Integrität wieder herstellen sollten. Und sie begannen Regeln aufzustellen und motivierten sie mit den Verlockungen des Himmels und die Furchtbarkeiten der Hölle.

In einer späteren Zeit, als die Menschen es geschafft hatten ihre Gemeinschaft zu stabilisieren und etablierte Mittel hatten um Recht und Ordnung aufrecht zu halten, gerieten die alten Erlebnisse zunehmend in Vergessenheit, die damaligen Umstände galten als schrecklich unzivilisiert. Die alten Regeln wurden als Einschränkungen erlebt, als Mittel der Unterdrückung. Man verlor den Glauben an sie.

Die Hölle, die gibt es nicht.

Lesetipp: J. Tausch - Sozialer Stress bei Säugetieren

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen