Sonntag, 23. August 2009

Der Herr über Gut und Böse

Der Herr war der Anführer, seine Gefolgschaft richtete sich nach ihm. Wenn jemand etwas tat das ihm gefiel, dann nannte er diesen Gut. Tat jemand etwas, das ihm missfiel, nannte er ihn Böse. Der Herr bestimmte die Rangordnung, Gutpunkte waren der Lohn, Böspunkte die Strafe des Herrn.

Je besser die Situation war, desto mehr Gutpunkte konnte er verteilen, und desto mehr Gefolgschaft konnte er um sich scharen. Aber wenn die Situation schlecht wurde, verteilte er mehr Böspunkte, und wenn sie zu viele waren wurden jene aus der Gefolgschaft vertrieben, die am meissten Böse genannt waren.

Der Liebling des Herrn, sein bester Diener, er war ganz gut. Angepasst an die Wünsche des Herrn, befriedigte er ihn am meissten. Weil aber der Herr am allerwenigsten wollte dass einer neben ihm sich auch herrisch verhielt, war ihm der am besten der sich völlig unterordnete. Das ging so weit dass er die Äusserungen seines Herrn aufzeichnete und sich regelmässig wiederholte, um ihn besser zu kennen.

Als aber der Herr starb, und die Frage nach dem Nachfolger war, da nahm sein Liebling die Nachfolge an sich. Weil er aber selber so gar kein Anführer war, führte er den Weg seines Herrn fort. Im Namen des Herrn gab er alle Anweisungen, und aus seinem Buch las er sie. Und weil der alte Herr seine Sache gut gemacht hatte, war sein Nachfolger mit dem Buch auch so erfolgreich.

Bis sich die Umstände änderten, da wurde der Herr plötzlich blind für die Umstände.

Musiktipp: Rage Against the Machine - Killing in the Name

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