Montag, 24. August 2009

Wie man sich selbst eine Falle baut

Einst hatte man ihn so sehr gelobt, den freien Willen, die Befreiung von den Trieben der Natur. Allerlei Mittel hatte man dazu verwendet, Gebete, heilige Bücher, prächtig wirkende Hallen. Und das Lob des Heiligen und die Abwertung der Natur, natürlich.

Heutzutage ist das anders, man untersucht die Natur mit den Methoden der Naturwissenschaft. Auch das menschliche Gehirn. Und was findet man? Keinen freien Willen, sondern diverse Systeme welche auf Reize reagieren. Wie sollte es auch anders sein, ist unsere Gesellschaft doch auf Anreize ausgelegt, von den reizen der Weiblichkeit bis zu denen des Geldes.

Aber, die Wissenschaft sagt zwar immer die Wahrheit aber nie die ganze. Weil sie immer auf einen bestimmten Bereich schaut. Die Zusammenhänge muss man sich selber denken. Und was findet man da? Träume und Vorstellungen, mit denen man sich selber reizen kann. Geheiligte Bücher, oder, heutzutage, bunte Papierscheine, die fast jeder in der Tasche trägt und denen man folgt.

Der freie Wille ist es, der diese kulturellen Objekte und Systeme gestaltet. Ein (mehr oder weniger intelligenter) Designer ist das. Oh welch böses Wort. Wir führen und verführen uns, meisst dorthin wohin wir sowieso wollen, manchmal dorthin wo wir hin müssen. Wir führen uns selbst an der Nase herum wie die Esel mit der Karotte. Schon die ältesten Kulturen tun dies, alle Rituale sind dazu da. Jene der Wissenschaft auch.

Und wie wir heute sehen können, kann sich der freie Wille sogar selbst abschaffen. Dann sind wir gefangen in unseren eigenen Machenschaften, ganz so als ob sie heilig gewesen wären, nur dass diesmal die Konservierung auf eine andere Weise vorgenommen wird, auf eine noch perfidere Weise.

Ihr könnt alle nicht gestalten. Und Gott ist auch tot. Vom intelligenten Design ganz zu schweigen. Ausserdem ist Fantasie nur Fantasie und das gibt es alles garnicht, man kann es wissenschaftlich nicht nachweisen.

Tipp: Stern.de - Hirnforschung: Freier Wille - eine Illusion?

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