Die Menschen lebten schon länger in einer Gemeinschaft, von den Erträgen der Jagt und des Sammelns, und sie waren es gewohnt dass jeden Abend die Erträge des Tages am Lagerplatz ausgebreitet wurdden, und dann genoss man gemeinsam die Reichtümer des Landes.
Mit dem zunehmenden Erfolg jener, welche sich damit beschäftigten die Fruchtpflanzen selbst anzubauen und zu hegen, änderte sich aber das Muster. Jene, welche über lange Zeit viel Arbeit damit verbracht hatten ihre Böden zu beackern und ihre Pflanzen zu schützen, und die so auch mehr Erträge zusammen brachten, diese also begannen die Erträge als die ihrigen anzusehen. Und so teilten sie diese nicht mehr mit den anderen sondern behielten sie in ihrem Eigentum. Sie tauschen sie aber ein, gegen Erträge der Jagt und andere, für die sie selbst keine Zeit mehr hatten. Und umgekehrt begannen auch die anderen, ihre Erträge nicht mehr mit allen zu teilen, da sie ja auch tauschen mussten.
Und so kam es, dass sie nicht mehr gemeinsam ihren Reichtum genossen, sondern jeder für sich danach trachtete, möglichst viel zusammen zu bekommen, um alles eintauschen zu können was man brauchte. Das fürhte dazu, dass die Menschen viel mehr zu arbeiten begannen, und sie alle viel reicher wurden - aber sie fühlten sich viel ärmer als früher, es gab nie die Gelegenheit, den gemeinsamen Reichtum zu geniessen, nie das Gefühl dass sie im Überfluss lebten, sondern im Gegenteil waren sie von der Sorge getrieben, auch genug zum tauschen zusammen zu bekommen. Und jene, welche die besonders begehrten Güter hatten, etwa jene an den Quellen, begannen zu erkennen dass sie mit den anderen spielen konnten. Taten sie so, als ob das Wasser dieses Jahr etwas weniger wäre, begannen einzelne, ihnen im Tausch mehr anzubieten, um an mehr Wasser zu kommen. Und so wurden diese Leute sehr reich - mussten aber ihren Reichtum verstecken, um nicht den Neid zu schüren und ihr Spiel nicht auffliegen zu lassen.
Die Menschen wurden langsam ärmer. Manche konnten nicht mehr genug zum Eintauschen zusammen bekommen und begannen zu betteln statt zu arbeiten. Andere liessen Wächter für sich arbeiten, um ihren Reichtum zu bewahren. Der vermehrte sich aber nicht mehr so wie früher, denn die Wachen und Mauern, die sie errichten liessen kosteten sie viel von dem Reichtum, und gleichzeitig hatten die Menschen immer weniger im Überfluss, das sie hätten tauschen können. Und so begannen die Reichen, jene die verarmt waren für sich arbeiten zu lassen, wiesen ihnen Arbeiten auf ihren Besitztümern zu, die mittlerweile viel zu gross geworden waren als dass sie diese selber hätten bewirtschaften können. Und zum Ausgleich für diese Arbeit gaben die Reichen den für sie arbeitenden Lohn. Möglichst wenig gaben sie, um ihren Reichtum aufrecht zu halten, gerade genug dass ihre Arbeiter gut arbeiten konnten. Und die Arbeiter im Gegenzug arbeiteten gerade genug, dass sie dafür den zugesagten Lohn bekamen, sodass auch ihre Freunde noch einen Arbeitsplatz bekommen konnten.
Lesetipp: Eric S. Raymond - Die Kathedrale und der Basar
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