Mittwoch, 18. November 2009

Peak Human

Die Menschen strebten nach Erfolg, aber die Karriereleiter war hoch und eng, es gab viele Konkurrenten und wenige Kollegen. Ausserdem kamen Wirtschaftsflüchtlinge in's Land, die wollte sowieso keiner - ausser den Unternehmern, die nahmen die Leute auf wenn sie kräftig und frisch ausgebildet waren, liessen sie dann für möglichst wenig Geld möglichst intensiv arbeiten, um sie dann, bei nachlassender Leistung, durch neue zu ersetzen. Denn die anderen Unternehmer machten es genauso, und man musste sich am Markt behaupten, der war auch eng.

Die Menschen strebten also nach Erfolg, und vernachlässigten dabei ihr sonstiges Leben. Deshalb bekamen sie auch keine Kinder mehr. Und sie waren froh darüber, denn so hatten sie den Vorteil, mehr für die Karriere tun zu können, um nichts gegen die Konkurrenten zu verlieren, die ja auch keine Kinder bekamen. Manche machten sich schon Sorgen, dass die Arbeitskräfte einmal zu wenig sein würden, das Land im internationalen Wettbewerb zurückfallen würde, ...

Die Menschen wussten aber insgeheim, dass es zu viele von ihnen gab, und deshalb bekamen sie auch weiterhin keine Kinder mehr. So lange, bis es wirklich zu wenige gab um noch ein Wirtschaftswachstum aufrecht halten zu können, und zu wenige als dass man den erhöhten Arbeitszeitaufwand noch hätte schaffen können. Immer mehr Menschen mussten erschöpft aufgeben, und die Wirtschaft erlahmte. Und erst als es nichts mehr gab das man hätte aufrecht halten können, erst dann besann man sich darauf die Menschen zu fördern, erst dann wurden auch schwächere wieder willkommen geheissen, erst dann gab es wieder mehr Kollegen als Konkurrenten, und erst dann begannen die Menschen wieder, Kinder zu bekommen.

Und sie waren willkommen.

Tipp: Das Burnout-Syndrom und seine Folgen

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