Die Menschen waren begabte Sprechtiere, sie machten vielfältige Töne, Melodien und Rufe, um ihre Sinneseindrücke von der Umwelt zu erweitern um diese selbst gemachten Äusserungen. So konnten sie sich gut koordinieren, sich vor Gefahren warnen, auf sich selber hinweisen, oder auch miteinander singen und spielen.
Mit der Zeit lernten sie auch, von Situationen zu sprechen die schon vergangen waren, um sich zu erinnern, oder, anderen von Situationen zu erzählen bei denen die Zuhörer garnicht dabei waren, um von Erlebnissen zu berichten. Viele Geschichten wurden erzählt, die Menschen lernten voneinander.
Und irgendwann, wann genau kann man nicht mehr sagen, geschah es dass findige Menschen Geschichten erfanden die es nie gegeben hatte. Die Geschichtenerzähler erfanden sie einfach, um gehört zu werden, und die Menschen hörten gerne zu, lauschten aufregenden Abenteuern, die sie selber noch nie erlebt hatten, erfuhren von geheimnisvollen Ländern, gefährlichen Tieren, grossen Heldentaten.
Entscheidend war aber der Wendepunkt, als findige Leute begannen, den Glauben an solche Geschichten zu benutzen, um die Menschen in ihrem Sinn zu steuern, um sie zu Handlungen zu bewegen die sie sonst, aus ihrer eigenen Erfahrung heraus, niemals begonnen hätten. Es war die Erfindung des Zaubers, und man bestärkte ihn z.B. durch die gemeinschaftliche Einhaltung völlig willkürlicher Rituale, und indem man sagte dass dies auf Geheiss eines höheren Wesens geschehe.
Die herrschenden Menschen erkannten sehr wohl, dass sie damit die anderen Menschen manipulieren, steuern, konnten. Doch den gewöhnlichen Menschen war nicht bewusst was ihnen geschah, sie hatten nur das Gefühl, gesteuert zu werden. Und das wiederum wurde ihnen bestätigt, indem man ein übernatürliches Wesen als den Verursacher dieser unmerklichen Beeinflussung nannte. Das ging eine Weile gut, die grössere Freiheit verschaffte allen einen Vorteil. Das übernatürliche Wesen war gross, gut, mächtig genannt.
Dafür wussten die Menschen nicht mehr was sie tun.
Musiktipp: Pink - Funhouse
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