Donnerstag, 18. Februar 2010

Missgeschick

Helena war zu Tode betrübt. Schon ihr Leben lang, oder zumindest seit sie sich im Spiegel erkannte und sah dass sie gar nicht so schön war wie sie hätte sein sollen.

Und so schämte sie sich fortwährend, was zu ihren körperlichen Mängeln noch einen seelischen Mangel hinzufügte. Und deswegen schämte sie sich dann noch mehr.

Eines Tages fand sie ein Engel, am Nachmittag, in ihrem Bett liegend und die Decke über den Kopf gezogen, wie sie das so oft tat wenn sie sich vor der Welt verstecken wollte.

Du bist unglücklich? Ja, sagte sie leise und begann zu weinen. Warum? Sieh mich doch an, schluchzte sie. Der Engel sagte: ich kann Dich nicht sehen, ich fühle Dich nur.

Helena war erstaunt. Dann begann sie wieder zu weinen. Ich bin nicht schön genug für diese Welt. Wer sagt das? Helena: ich sehe es, wenn ich in den Spiegel sehe.

Der Engel meinte keck: weist Du, ich bin ein Glücksengel, mich kann man nicht so einfach unterkriegen. Und ich komme allen Menschen zu Hilfe, die mich brauchen.

Wie? Helena wurde neugierig. Der Engel darauf, ganz bescheiden: Naja, eigentlich müssen die Menschen sich selber helfen. Ich verrate ihnen nur ein Geheimnis.

Helena wartete gespannt... Welches denn? Das Geheimnis ist, dass die Absicht immer gut war, auch dann wenn das Ergebnis nicht gelungen ist. Alles was Du tun kannst ist, beim nächsten Mal etwas anderes zu probieren.

Helena war erstmal enttäuscht. Das war es? Das machte sie doch auch nicht schöner. Doch dann erkannte sie, es war eine Herausforderung. An sie selber.

Tipp: Engelwald - Wo die Engel zu Hause sind

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