Dienstag, 5. Januar 2010

Organisationsfehler

Die Menschen hatten ihre Wirtschaftstätigkeit in Betrieben organisiert, und ihre Aufgaben spezialisiert. Manche waren als Betriebsleiter tätig, andere als Arbeiter, wieder andere als Berater.

Und dann waren da noch die Politiker. Obwohl von den Menschen gewählt, waren sie doch stark von den Betriebsleitern beeinflusst, da diese das meisste Geld hatten und ganz eindeutig die Wichtigsten für die Wirtschaft waren.

Und so kam es, dass die Politiker auf geheiss der Betriebsleiter Gesetze erliessen so dass Betriebe Arbeiter einfach einstellen und wieder entlassen konnten, ganz nach ihrem Bedarf. Die Arbeitslosen wurden von Versicherungsgeldern bezahlt, aber weder die Betriebe noch die Arbeiter zahlten gerne dafür.

So wurden die Arbeitslosen als Sozialschmarotzer diffamiert und nach und nach wurde ihnen die Lebensgrundlange entzogen. Es konnte ja nicht sein, dass Menschen, die nichts arbeiteten, Geld bekamen, während man selber hart arbeiten musste um das Geld für den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Betriebsleiter freuten sich, denn die Arbeiter waren nun sehr darauf fixiert, entweder einen Arbeitsplatz zu bekommen, oder, wenn sie einen hatten, diesen nicht wieder zu verlieren. Sie taten viel mehr als vereinbart war, und akzeptierten auch Lohnsenkungen, aus Angst, sonst den Arbeitsplatz und ihre Lebensgrundlage zu verlieren.

Und so verloren nach und nach die Menschen an Lohneinkünften, die Betriebe konnten weniger von ihren Produkten verkaufen, die Löhne sanken weiter, mehr Menschen wurden arbeitslos, der Druck auf die Arbeitslosen stieg weiter, nur den Betriebsleitern wurde immer mehr bezahlt, da sie einen sehr harten Job hatten und eine grosse Autorität gegenüber den Arbeitern brauchten um die notwendigen Maßnahmen durchzusetzen.

In der Krise blieb dann nichts anderes übrig als staatliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen einzusetzen, um die Menschen nicht verzweifeln zu lassen. Es begann eine wirtschaftlich schwierige Zeit, aber die Menschen konnten nicht riskieren, wieder in die alten Muster der Ausgrenzung zu fallen und sich dabei selber zu schädigen.

Lesetipp: Böckler Boxen - Mehr Flexibilität, weniger Arbeitsplätze

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen