Freitag, 19. März 2010

Übermacht

Der König war sehr mächtig in seinem Land, alle seine Untertanen gehorchten seinen Anweisungen, er konnte über alle Güter verfügen und das tat er auch. Nicht immer zum Vorteil seiner Untertanen, aber immer zu seinem eigenen Vorteil. Deshalb wurde er immer mächtiger.

Als ein Reisender aus einem fremden Land zu Besuch kam, und er sah wie die Menschen hier unter den Machenschaften ihres Königs zu leiden hatten, wollte er ihnen helfen. Er versuchte, sie dazu zu bringen sich gegen ihren König zu erheben - aber niemand traute sich so etwas, der König war einfach zu mächtig.

Dem Fremden war klar dass der König nur deshalb so mächtig war weil ihm seine Untertanen diese Macht gaben, aber wie sollte er ihnen das beibringen? Da hatte er eine Idee: er begann Geschichten zu erzählen von einer höheren Macht, eine die allen Mächte dieser Erde ihre Macht verlieh. Auch der König dieses Landes wurde von dieser höheren Macht ausgewählt.

Das schmeichelte dem König, denn es schien seine Macht noch weiter zu stärken, und die Untertanen hatten immerhin die Hoffnung dass es vielleicht doch nicht nur auf ihren König ankam. Und als der Glaube an diese höhere Macht gefestigt war, kam der Trick: der Reisende verlieh der höheren Macht Eigenschaften, welche die Menschen gerne hören wollten. Dass sie die Menschen gut behandelte, alle gleich.

Auch der König hörte das gerne, er wollte schliesslich als guter König gesehen werden, wie diese höhere Macht selbst. Er bemerkte den Trick erst als es zu spät war: die Untertanen begannen nämlich einzufordern, dass er sich auch so verhalten solle wie es ihm vorgegeben war: gut, gerecht, und rücksichtsvoll.

Und weil die Untertanen nicht mehr ihm direkt die Macht verliehen sondern sie über dieses höhere Wesen vermittelten, konnte er nicht mehr beliebig bestimmen was zu geschehen hatte, sondern musste dabei darauf achten dem dieser höheren Macht zugeschriebenen Willen zumindest ein bisschen zu entsprechen.

Tipp: dianne's - über Macht

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