Dienstag, 22. September 2009

Kriegsseele

Im Dorf war Unruhe ausgebrochen. Nachdem manche begonnen hatten, fixe Ansprüche auf Teile der Ernteerträge zu stellen, begann ein Gerangel darum, wer das meisste hatte. Solche Vergleiche hatte es zwar immer schon gegeben, aber jetzt eskalierte das so weit, dass man sich zu streiten begann, einer den anderen schädigte um selbst vorne sein zu können.

Die kriegerischen Zustände wurden dann auch nach aussen getragen, jene die im Dorf nicht erfolgreich genug werden konnten, begannen in Nachbardörfern auf Raubzug zu gehen um mithalten zu können. Die Beziehungen waren bisher firedlich gewesen, aber nun begannen Konflikte zwischen Dörfern, man begann Waffen zu entwickeln und Wälle zu errichten.

Dörfer, die noch in der alten, ruhigen Lebensweise blieben, wurden als rückständig angesehen, unterworfen und zur Zahlung von Abgaben gezwungen, während jene Dörfer, die kriegerisch geworden waren, zu Burgen heranwuchsen, die nicht mehr mit Landwirtschaft beschäftigt waren sondern mit der Verwaltung der unterworfenen Ländereien und dem Krieg gegen andere Brugen.

Die Menschen in den Dörfern aber, die Verlierer dieses Kriegszustandes, begannen zu beten und zu hoffen dass letztlich all die Wirren und Nöte nicht umsonst sein würden, im Vertrauen darauf dass selbst jene Menschen, welche sie derzeit unter Druck setzten, und welche sich gegenseitig begriegten und sogar töteten, dass auch diese Teil des im Grossen und Ganzen doch Guten seien.

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