Freitag, 11. September 2009

Zauberlehrling

Manuel hatte schon von Gott gehört, als er noch sehr klein war. Er war sofort fasziniert von der Idee und beschloss, es Gott gleich zu tun. Er wollte alles sehen, alles lieben, alles gut finden.

Es war aber schwer, denn viele fürchterliche Dinge geschahen. Wie konnte er da derartiges schaffen? Es ging nicht, aber er konnte so tun als ob! So hielt er sich immer aus dem Trubel des Lebens zurück und beobachtete, so strahlte er immer ein Gefühl der Ruhe aus, nie brach er in Wut oder Hass aus.

Es war ein genialer Trick. Er beachtete einfach nur das, was er lieben konnte und gut fand, und alles andere ignorierte er. So war er immer ruhig und ausgeglichen und konnte sich voll auf das konzentrieren, was er gut fand. Sein Lebensweg führte ihn dorthin, wo er dies fand und anderes nicht. Und so konnte er scheinbar alles erkennen, liebten, gut finden.

Aber insgeheim fürchtete er sich vor allem anderen, vor allem das er nicht verstehen konnte. Es waren ganz alltägliche Dinge, vor denen er sich aber immer gedrückt hatte. Und so war er gezwungen bei dem zu bleiben was er kannte, und konnte nichts anderes mehr tun, und wusste auch nicht wie er das abstellen konnte, während sein Lebensweg sich immer weiter und weiter verengte.

Tipp: Wikisource - Der Zauberlehrling

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen