Die Fleissigen nannte man so, weil sie so fleissig waren. Jeder war bestrebt, in der Arbeit alles zu geben, sich voll einzusetzen für die Gemeinschaft.
Es war aber nur ein Arbeiterideal. Denn weil es für jemanden, der nichts tat, der keine Arbeit hatte, sehr schwer war in der Gemeinschaft der Fleissigen, nutzten die Verwalter der Arbeitsplätze die in schwierigen Zeiten aus, um Druck auszuüben so dass die Arbeiter länger oder billiger arbeiteten.
Nachdem dies zu oft geschehen war, organisierten sich die Arbeiter, gründeten Gewerkschaften, und konnten so die Machtverhältnisse umdrehen. Dann übten die Gewerkschaften Druck auf die Verwalter der Arbeitsplätze aus, um auch trotz schwieriger Zeiten niemand zu entlassen. In der Folge wurden aber die Betriebe unrentabel und es konnten nur noch schwer neue Betriebe anfangen.
Irgendwann wurde ihnen bewusst, dass sie unter einem Arbeitszwang litten. Erst als der Status der Arbeitslosigkeit - dieser soziale Status wurde dann in Arbeitspause umbenannt - auch allgemein anerkannt wurde, fiel der Arbeitszwang weg und die Fleissigen konnten lockerer mit Zeiten wechselnder Arbeitslast umgehen. Und weil sie so fleissig waren, taten sie in der Pause auch nicht nichts, sondern das wofür in den Zeiten der Arbeit keine Zeit geblieben war: ihre privaten Angelegenheiten klären, sich weiter bilden, usw.
Tipp: AK - Wien - Arbeitslos: Was nun? (keine Angst, man wird betreut wie ein unselbstständiges Kind...)
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