Thomas, alt war er geworden, und er blickte auf sein Leben zurück. Vieles hatte er errungen, an so manchem war er auch gescheitert. Und bald würde alles vorbei sein, er würde nicht mehr auf dieser Welt sein...
Er erschrak. Würde es jemandem auffallen? Oder würden sich etwa nur seine Gegner heimlich freuen über sein Verschwinden. Wer honorierte in dieser anonym gewordenen Zeit der Einzelkämpfer denn noch die Leistung des anderen Einzelnen? War nicht alles war er getan hatte hinter Verpackungsmaterial verschwunden?
Thomas begann am Sinn seines Lebens zu zweifeln. So lange hatte er unermüdlich gewerkt, um Geld anzuhäufen, um Kontakte zu knüpfen, um Anerkennung zu erringen - und jetzt soll sich herausstellen dass alles für nichts war?
Zynisch begann er über die Taten der Leute zu sprechen. Da liefen alle diese Räder im System, gelockt vom Futter und getrieben von, ja, von was eigentlich? Wieso läuft ein Hamster im Hamsterrad? Nur damit er nicht zu viel Fett ansetzt und darüber unglücklich wird?
Wie er so nachdachte, über sein Leben, das Werden der Welt überhaupt, da fiel ihm ein, dass doch alles im grossen und ganzen gesehen mehr, besser, geworden war. Zwar nicht mit jedem Schritt und auch nicht Vorhersehbar, aber irgendwie doch. Und es waren viele Einzelne, welche durch ihren Beitrag erst das Ganze hatten entstehen lassen, in dem er auch so lange gelebt hatte.
Und so konnte er doch seinen eigenen Beitrag noch immer nicht genau angeben, jedenfalls nicht das, was nach seinem Tod übrig bleiben würde. Aber es war ihm klar geworden, dass es nicht anders möglich war als dass jeder Einzelne tat was er konnte, und alles weitere würde sich fügen.
Tipp: hpd - Evolution: zwischen Zufall und Notwendigkeit
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