Dienstag, 30. Juni 2009

Der gesenkte Blick

Einst strebten die Menschen nach dem höchsten Ziel, Gott nannten sie es, das Versprechen war paradiesisch, Friede Gesundheit, Gemeinschaft aller Menschen, ewiges Leben. Der Weg war leicht, man kam in der Kirche zusammen lobte Gott, betete um seine Hife, gab ein bisschen Almosen für die Armen, und schon war man ein guter, ehrenwerter Mensch.

Doch als die Zeiten schlechter wurden, stolperten sie.

Gott half ihnen nicht dabei, die Landwirtschaft zu verbessern, und so mussten viele hungern. In der Kirche zu beten half ihnen nicht dabei, ansteckende Krankheiten zu bekämpfen, und so mussten viele sterben. Ihre heiligen Bücher halfen ihnen nicht dabei, sich über die aktuelle Lage zu verständigen und so kam es zu vielen Kriegen in der erhofften Gemeinschaft.

Die Menschen senkten den Blick, statt zum Himmel blickten sie zur Erde.

Dort sahen sie viele Mängel, in der Landwirtschaft, in der Politik, in der Kommunikation, in allen Dingen des täglichen Lebens. Sie begannen dort etwas zu verbessern, und konnten daraus grosse Vorteile für ihr Leben gewinnen. Sie hofften nicht mehr auf das Jenseits sondern achteten darauf was sie jetzt für sich tun konnten. Sie begannen materiellen Wohlstand anzuhäufen. Sie begannen sich für die Natur zu interessieren, für den Lauf des Lebens, und dort fanden sie die Vielfalt der Arten, die Anpassung an Umwelten, die Konkurrenz um Nahrung und Fortpflanzung.

Ziele sahen sie keine mehr, und sie wollten auch keine wahrhaben.

Tipp: Joachim Paul - Von Pilzen, Menschen, Dinos und Bakterien, oder: Was ist das Ziel der Evolution?

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