Ein toller Tag. Die Sonne schien, kleine Wölkchen kühlten, die Menschen auf der Strasse genossen den Frühling. Und er war auch dabei, schlenderte durch die Fußgängerzone. An sochen Tagen war sonnnenklar, dass sich das Leben lohnte.
Da hörte er eine Stimme, es sprach ihn jemand an. "Haben Sie einen Euro?". Eine Bettlerin. "Wofür?". Seine Frage fiel etwas scharf im Ton aus, aber er hatte schon zu viel erlebt, zu viele dreiste Menschen die entweder keine Not hatten oder die ihre Forderungen höher zu schrauben begannen wenn man zeigte dass man bereit war etwas herzugeben.
"Zum Essen", sagte sie. Ihre Haare waren zerzaust und zu schütter für eine junge Frau wie sie, ihre Kleidung war etwas schlampig, aber das hatte heutzutage nichts mehr zu bedeuten. Sie schien glaubwürdig. "Oh", sagte er, nur wenige konnten ihre Not so direkt ausdrücken. "Es hat mir jemand einen Kaugummi gegeben, aber das ist auch nichts richtiges zum Essen", sagte sie. "Nein." Er fand in seiner Geldtasche zwei Euro und gab sie ihr. "Bitte." sagte er, drehte sich um und ging weiter.
Sie sagte "Danke", er hörte es noch, und als er sich umdrehte sah er ihre Augen. Sie strahlten sanft, und ein Glücksgefühl durchströmte ihn. Am weiteren Weg sah er all die anderen Menschen. Die meissten sahen sich nicht an, kaum Augen die auch so strahlten. Eine andere Welt. Meisstens ist man doch allein unterwegs in der Stadt, sogar bei Schönwetter.
Als er dann in das Kaufhaus ging, um sich jene Farben zum Schmuck seines Zimmers zu kaufen, dachte er wieder an die Betterlin und kurz überkam ihn ein schlechtes Gewissen. Er würde vermutlich viel mehr Geld für diesen Luxus ausgeben als sie für ihr Essen heute zusammen bekommen würde. Andererseits, mit solchen Gedanken macht man sich nur selber fertig. Ausserdem, mit so kleinen Gaben entstanden keine Schuldgefühle bei ihr und keine Forderungen bei ihm, und für die Fehler des Systems war er ja auch nicht alleine verantwortlich.
Bei all den Regeln und Werten, dem Streben nach grossen Zielen und den Hilfseinrichtungen für die Gescheiterten, bei all den Zusammenhängen und Zufällen der Weltgeschichte, irgendwo ist ein geglücktes Leben doch nichts anderes als eine Menge geglückter Interaktionen.
Musiktipp: Musiktipp: Common - Aquarius
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