Er war ein cooler Typ, wie man heutzutage sagen würde. Selbst dann, wennn andere sich aufregten und emotional mit- oder gegeneinander redeten, blieb er scheinbar gelassen, behielt den Überblick und sprach sachlich. So wurde er zu einer gefragten Person, wenn es darum ging sich Entscheidungen und Tatsachen zu merken, oder auch, wenn Streitigkeiten geschlichtet werden sollten. Besonders mächtig wirkte er aber, wenn er Kommandos austeilte, seinen Gehilfen sagte was sie zu tun hatten. Diese Gehilfen orientierten sich dann nur noch an seinem Wort, er war ihr König und Herr.
Andere schätzten das sehr, und so mancher wollte wohl auch so werden wie er. So begann langsam ein Kult um den unbewegten Beweger, wie sie ihn nannten. Sie lobten seine Fähigkeiten, übten sich in Ruhe und imitierten seine Worte. Nicht dass es vielen gelungen wäre, durch Imitation der Worte auch zu verstehen worum es eigentlich ging, aber im Laufe der Zeit wurde die Sachlichkeit immer wichtiger und die Herrschaft immer bedeutender, Menschen begannen vermehrt zu Schreiben und zu Lesen, das lies sie ruhig bleiben trotz der Übertragung der Worte. Und so verbreitete sich diese Fertigkeit immer mehr.
Das ging so weit, dass in gewissen Gesellschaftsschichten die Unsachliche Art der Umgangs miteinander nicht mehr toleriert wurde, sondern streng auf die Entwicklung sachlicher Diskussion, Beschreibung von Erkenntnissen, und Entscheidungsfindung Wert gelegt wurde. Dies führte ironischer Weise dazu, dass ausgerechnet diese Menschen, wenn sie in alten Texten lasen, nicht mehr verstehen konnten was es denn mit dem unbewegten Beweger auf sich hatte, der dort dermassen mächtig beschrieben worden war, als Lenker der Welt und als jemand den man anbetete. Anbeten, was hätte denn das auch sein sollen?
Tipp: Rupert Röder - Das unbewegt Bewegende - Notizen zur Exklusion
des Subjekts aus der Welt
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