Ein Wanderer kam vom Morgenland in's Abendland. Erst bewunderte er die kulturellen Leistungen der Menschen hier, die grossen Städte, die hohen Häuser, die Autos und die sauberen Strassen. Dann fiel seine Aufmerksamkeit auf die Menschen, deren Unrast, Aufgeregtheit. Und als er sich näher mit ihren Gedanken und Worten beschäftigte, bemerkte er dass sie ganz anders waren als er selbst. Sie machten alles verkehrt!
Sie schreiben mit der rechten Hand und von links nach rechts, statt mit der linken Hand und von rechts nach links.
Sie sprechen von dem was sie vereinbart haben, von Worten, Gesetzen und Verträgen, statt von dem was sie erlebt haben, von Bilder, Gefühlen und Geschichten.
Sie gestalten Produkte, Ziele usw. und achten darauf ob die Produkte so werden wie sie es vorgesehen haben, ob die Ziele erreicht werden, statt darauf ob die Produkte und Ziele den Menschen dienen.
Sie sprechen von rechtem Tun und meinen das Wort des Gesetzes, statt die Gerechtigkeit.
Sie sprechen von Profit und Wachstum und meinen die Zahlen auf dem Papier, statt die Bäuche, Köpfe, Häuser und Höfe der Menschen.
Sie sprechen von Wahrheit und Wissen und meinen dabei das was man sagt und was man nachlesen kann, statt das was sich ereignet hat und von jemandem der dabei war berichtet wird.
Sie suchen Ursache und Einfluss in den Mitteln und Ereignissen die von einem zum anderen führen, statt auf die Kontinuität und die Entscheidungen einzelner Prozesse, Wesen und Systeme zu achten.
Sie achten beim Forschen auf die Relationen zwischen den Dingen und machen die Dinge zu Punkten, statt dass sie auf die Dinge und deren Bewegungen und Begegnungen mit anderen achteten.
Sie meinten dass sie alle gleich behandelten und behandelten alle so wie sich selbst, statt auf den Menschen ihnen gegenüber zu achten.
Sie stellten sich Meditieren sich das Licht oben und die Dunkenheit unten vor, statt das Licht unten und die Dunkelheit oben.
Er kam sich sehr sehr anders und alleine vor. Deshalb wollte er zuerst so werden wie die anderen, um nicht ausgeschlossen zu sein und falsch angesehen zu werden, doch er wurde immer unglücklicher dabei. Also beschloss er, wieder er selbst zu sein und statt dessen zu geben was er selber besser konnte, und zu nehmen was die anderen besser konnten.
Tipp: Linkshänder-Initiative
Sonntag, 7. Juni 2009
Samstag, 6. Juni 2009
Geheime Abenteuer
Neo war sehr neugierig und er mochte nichts lieber als alte Dinge zu zerlegen und neue zu basteln. Doch seit er zur Schule ging, begann sich sein Verhalten zu verändern. Er wurde schüchtern, fürchtete sich, neues zu tun. Man hatte ihm beigebracht dass man die Erwartungen der Lehrer erfüllen muss, um gut zu sein. Fehler, das ist wenn die Lehrer böse werden und schlechte Noten vergeben, wenn die Mitschüler einen auslachen und hänseln, und die Eltern beginnen sich Sorgen zu machen.
Also tat er alles, um die Erwartungen zu erfüllen, um alles immer richtig zu machen, und nichts mehr was dies gefähren würde. Nur noch vorgegebene Übungen machte er, Anweisungen befolgte er. Aber weil ihm die Zeit so lange wurde, begann er Bücher zu lesen. Abenteuer aus fernen Ländern, Helden die in unbekannte Weiten aufbrachen, dabei grosse Aufgaben meisterten und viel Erfahrung sammelten. Und er selber lernte, schnell zu lesen und die Geschichten zu kennen.
Erst als er die Möglichkeit bekam, mit einem Computer zu spielen, eröffnete sich auch ihm ein neues unbekanntes Land, in dem er Abenteuer erleben konnte. Denn zu der Zeit war den Menschen in der Umgebung der Computer noch fremd, man wusste nur dass es etwas gutes sei, aber niemand wusste wie man damit umgehen sollte. Und so konnte sich Neo austoben, alles ausprobieren, Spiele spielen, mit Programmen umgehen lernen, selber Programme schreiben, etc. Das beste dabei war, wann immer er an eine Stelle kam wo es nicht mehr weiter ging, konnte er einfach den Computer aus- und wieder einschalten, und schon war alles wie neu. Fehler zu machen kannte er in seiner Welt nicht, er werkte einfach drauf' los, und wenn er etwas von dem das er gemacht hatte aus irgendwelchen Gründen wieder ändern wollte, dann tat er dies einfach.
Unbelastet von den Sorgen anderer konnte Neo seine Fertigkeiten immer weiter entwickeln, und er brachte es zu grosser Meisterschaft. Nur wenn es darum ging, mit anderen zusammenzuarbeiten, hatte er Probleme, da er nie geübt hatte Vereinbarungen zu treffen und diese dann auch zu berücksichtigen. Und er wusste auch nicht, seine eigenen Fertigkeiten einzuschätzen und mit Abweichungen von den Erwartungen umzugehen, was ihn in die Falle der Selbstüberschätzung und den Versuch ein zu hoch angesetztes Image zu retten trieb. Aber das ist eine andere Geschichte.
Tipp: H.C. Andersen - Das häßliche junge Entlein
Also tat er alles, um die Erwartungen zu erfüllen, um alles immer richtig zu machen, und nichts mehr was dies gefähren würde. Nur noch vorgegebene Übungen machte er, Anweisungen befolgte er. Aber weil ihm die Zeit so lange wurde, begann er Bücher zu lesen. Abenteuer aus fernen Ländern, Helden die in unbekannte Weiten aufbrachen, dabei grosse Aufgaben meisterten und viel Erfahrung sammelten. Und er selber lernte, schnell zu lesen und die Geschichten zu kennen.
Erst als er die Möglichkeit bekam, mit einem Computer zu spielen, eröffnete sich auch ihm ein neues unbekanntes Land, in dem er Abenteuer erleben konnte. Denn zu der Zeit war den Menschen in der Umgebung der Computer noch fremd, man wusste nur dass es etwas gutes sei, aber niemand wusste wie man damit umgehen sollte. Und so konnte sich Neo austoben, alles ausprobieren, Spiele spielen, mit Programmen umgehen lernen, selber Programme schreiben, etc. Das beste dabei war, wann immer er an eine Stelle kam wo es nicht mehr weiter ging, konnte er einfach den Computer aus- und wieder einschalten, und schon war alles wie neu. Fehler zu machen kannte er in seiner Welt nicht, er werkte einfach drauf' los, und wenn er etwas von dem das er gemacht hatte aus irgendwelchen Gründen wieder ändern wollte, dann tat er dies einfach.
Unbelastet von den Sorgen anderer konnte Neo seine Fertigkeiten immer weiter entwickeln, und er brachte es zu grosser Meisterschaft. Nur wenn es darum ging, mit anderen zusammenzuarbeiten, hatte er Probleme, da er nie geübt hatte Vereinbarungen zu treffen und diese dann auch zu berücksichtigen. Und er wusste auch nicht, seine eigenen Fertigkeiten einzuschätzen und mit Abweichungen von den Erwartungen umzugehen, was ihn in die Falle der Selbstüberschätzung und den Versuch ein zu hoch angesetztes Image zu retten trieb. Aber das ist eine andere Geschichte.
Tipp: H.C. Andersen - Das häßliche junge Entlein
Freitag, 5. Juni 2009
Der reifende Herr
Der Herr kannte die Ordnung und wusste wie alles zu sein hatte damit es reibungsfrei funktionierte. In seiner Jugend hatte er seine erzielten Erfolge jeweils dafür genutzt, wieder ein neues Land zu erobern, doch jetzt war er damit zufrieden sein Reich zu beherrschen. Er achtete auf die Abläufe, wies auf Fehler hin und forderte deren Behebung, und verhinderte alle Abweichungen. Wer seiner Ordnung nicht folgen wollte, den entlies er, wer aber seiner Ordnung folgte den belohnte er mit einem gerechten Anteil an den Früchten welche durch die Ordnung erreicht werden konnte.
Doch als die Zeiten schlechter wurden, die Früchte der Ordnung weniger, da konnte er immer weniger Lohn verteilen. Seine Leute wurden unzufriedener, Fehler häuften sich, und er wurde beschuldigt an den Mängeln schuld zu sein. Der Herr reagierte streng, führte Strafen auf begangene Fehler ein, und beteuerte noch dringlicher den Glauben an die Ordnung, nur sie könne die Rettung bringen.
Doch in Wirklichkeit war er hilflos. Und als er sah dass er zwar die Macht hatte um die Ordnung aufrecht zu halten, es aber nicht in seiner Macht stand welche Früchte daraus hervor gingen, wurde ihm klar dass er nicht nur der Herr der Ordnung sondern auch der Diener der Gemeinschaft war. Und so beauftragte er seine Leute, nach Möglichkeiten zu suchen wie sie mit ihren begrenzten Mitteln das Wohl der Gemeinschaft erhöhen konnten, und er selbst suchte nach Möglichkeiten wie die Ordnung umzugestalten war, so dass neu entdecktes Potential geordnet der Gemeinschaft verfügbar gemacht werden konnte.
Tipp: Politikblogs.at - Energiewende
Doch als die Zeiten schlechter wurden, die Früchte der Ordnung weniger, da konnte er immer weniger Lohn verteilen. Seine Leute wurden unzufriedener, Fehler häuften sich, und er wurde beschuldigt an den Mängeln schuld zu sein. Der Herr reagierte streng, führte Strafen auf begangene Fehler ein, und beteuerte noch dringlicher den Glauben an die Ordnung, nur sie könne die Rettung bringen.
Doch in Wirklichkeit war er hilflos. Und als er sah dass er zwar die Macht hatte um die Ordnung aufrecht zu halten, es aber nicht in seiner Macht stand welche Früchte daraus hervor gingen, wurde ihm klar dass er nicht nur der Herr der Ordnung sondern auch der Diener der Gemeinschaft war. Und so beauftragte er seine Leute, nach Möglichkeiten zu suchen wie sie mit ihren begrenzten Mitteln das Wohl der Gemeinschaft erhöhen konnten, und er selbst suchte nach Möglichkeiten wie die Ordnung umzugestalten war, so dass neu entdecktes Potential geordnet der Gemeinschaft verfügbar gemacht werden konnte.
Tipp: Politikblogs.at - Energiewende
Donnerstag, 4. Juni 2009
Durch die Blume der Zivilisation
Kurt war im Supermarkt einkaufen. Die Kassierin hatte die Waren über's Lesegerät gezogen, den Preis genannt, Kurt hatte ihr Geld gegeben - mehr als notwendig - und sie hatte ihm Restgeld zurückgegeben. Aber es fehlte etwas.
Kurt sprang voller Zorn auf sie, packte sie mit dem einen Arm um den Hals, mit der anderen Hand riss er ihren Kopf herum bis ihr das Genick brach. Dann nahm er sich das schuldig gebliebene Geld aus der Kassa und ging.
He, Moment! Da passt etwas nicht in diese Zeit!
Kurt merkte dass die Kassierin eine Münze vergessen hatte. Also hielt er seine Hand weiter offen hin und setzte einen fordernden Gesichtsausdruck auf. Die Kassierin sah ihn einen Moment an, begann dann zu lächeln, entschuldigte sich und gab ihm das fehlende Restgeld.
Ok. Zwar noch etwas wortkarg, aber so geht's.
Musiktipp: Sting - Englishman in New York
Kurt sprang voller Zorn auf sie, packte sie mit dem einen Arm um den Hals, mit der anderen Hand riss er ihren Kopf herum bis ihr das Genick brach. Dann nahm er sich das schuldig gebliebene Geld aus der Kassa und ging.
He, Moment! Da passt etwas nicht in diese Zeit!
Kurt merkte dass die Kassierin eine Münze vergessen hatte. Also hielt er seine Hand weiter offen hin und setzte einen fordernden Gesichtsausdruck auf. Die Kassierin sah ihn einen Moment an, begann dann zu lächeln, entschuldigte sich und gab ihm das fehlende Restgeld.
Ok. Zwar noch etwas wortkarg, aber so geht's.
Musiktipp: Sting - Englishman in New York
Mittwoch, 3. Juni 2009
Tragödie eines Sinnverlustes
Es war schon in der Anfangszeit der Aktienbörse, dass sich das Geschäft der Aktienhändler etabliert hatte. Sie taten was alle Händler tun, nämlich Angebot und Nachfrage zu überbrücken und somit die Aktien für die eigentlichen Interessenten leichter zugänglich zu machen bzw. wieder leichter veräusserbar. Die Flüssigkeit des Marktes erhöhten sie, wie sie das in ihrer bildhaften Sprache nannten.
In einer späteren Zeit, als Wirtschaftswissenschaftler kamen, um sich ein Bild vom Geschehen zu machen, unterschieden sie nicht zwischen jenen, welche Anteile einer AG erwerben wollten, und jenen welche mit Aktien handelten. Somit konnten sie ein gemeinsames Modell für alle an der Börse tätigen Menschen aufstellen, und als gemeinsames Motiv aller konnten sie feststellen, dass es darum ging, ihren Profit zu maximieren, sei es durch die Gewinnspanne zwischen Ein- und Verkauf oder durch die Dividendengewinne.
Es gab zu dieser Zeit eine allgemein gute Wirtschaftslage, viele Menschen hatten mehr Geld als notwendig um den Alltag zu bestreiten, und so sahen sie sich danach um, was sie mit dem Geld machen konnten, bzw. sahen sich Banken danach um, wie sie den allgemeinen Wohlstand nutzen konnten. Und Aktien waren eine willkommene Möglichkeit zur Geldanlage, da in der momentan guten Wirtschaftslage auch hohe Dividenden zu bekommen waren.
In weiterer Folge stiegen die Aktienpreise, und es war absehbar dass dies auch weiterhin der Fall sein würde, also begannen die Aktienhändler AKtien zu kaufen, eben in Erwartung der steigenden Nachfrage. Und darüber hinaus begannen auch die Geldanleger Aktien im Sinne des AKtienhandels zu kaufen, man trachtete nach der Profitmaximierung, und man hatte Erfolg, denn es gab eine kritische Masse die gross genug war um selbst für steigende Preise zu sorgen - und ihr Erfolg war so gross dass sie immer mehr Menschen anlockte. Spekulationsblase nannte man das später.
Was all die Menschen nicht bedacht hatten war, dass es zwar im Eigensinn der an der Börse tätigen Menschen war, ihren Profit zu maximieren, dass dies aber nur der Lohn für eine erbrachte Dienstleistung war. Der primäre Zweck der Aktien war es, Firmenanteile erwerben zu können und so Kapital und Stimme einbringen zu können, der sekundäre Zweck war, den Wechsel der Aktieninhaber zu erleichtern. Aber in der Eigendynamik der Spekulationsblase
konnte man all dies nicht mehr erkennen, im Gegenteil geschah es dass kein wirklich an einer Firma interessierter Mensch mehr Aktien kaufte, da diese viel zu teuer dafür waren. Statt dessen waren es nur noch Händler und Hobby-Händler, die sich in einen Rausch hineinsteigerten ohne zu merken was sie eigentlich taten. Und selbst die erfahreneren Händler konnten nicht anders als eine Zeit lang mitzumachen, da sie sonst in der Konkurrenz des Geschäfts verloren hätten.
Doch irgendwann waren die Preise zu hoch, kamen nicht mehr genug neue Interessenten hinzu um die Preise weiterhin so schnell steigen zu lassen - und es begann erst der leise Zweifel, ob es so weiter gehen würde, und dann schlug die Stimmung um auf Katastrophe. In Panik begannen die Spekulanten ihre Aktien zu verkaufen, um noch einen guten Preis zu bekommen, bevor es erwartungsgemäß noch viel tiefer gehen würde. Viele, besonders jene die spät eingestiegen waren, hatten viel Geld verloren. Aber auch jene Firmen, welche aufgrund der hohen Kurse günstige Kredite bekommen hatten, bekamen plötzlich finanzielle Probleme, manche zweifelten an der Wirtschaftsleistung ganz allgemein. Und so stürzte die vormals blühende Wirtschaft nach dem Rausch in eine Depression.
Webtipp: Robert Rethfeld - Die Anatomie der Spekulationsblase
In einer späteren Zeit, als Wirtschaftswissenschaftler kamen, um sich ein Bild vom Geschehen zu machen, unterschieden sie nicht zwischen jenen, welche Anteile einer AG erwerben wollten, und jenen welche mit Aktien handelten. Somit konnten sie ein gemeinsames Modell für alle an der Börse tätigen Menschen aufstellen, und als gemeinsames Motiv aller konnten sie feststellen, dass es darum ging, ihren Profit zu maximieren, sei es durch die Gewinnspanne zwischen Ein- und Verkauf oder durch die Dividendengewinne.
Es gab zu dieser Zeit eine allgemein gute Wirtschaftslage, viele Menschen hatten mehr Geld als notwendig um den Alltag zu bestreiten, und so sahen sie sich danach um, was sie mit dem Geld machen konnten, bzw. sahen sich Banken danach um, wie sie den allgemeinen Wohlstand nutzen konnten. Und Aktien waren eine willkommene Möglichkeit zur Geldanlage, da in der momentan guten Wirtschaftslage auch hohe Dividenden zu bekommen waren.
In weiterer Folge stiegen die Aktienpreise, und es war absehbar dass dies auch weiterhin der Fall sein würde, also begannen die Aktienhändler AKtien zu kaufen, eben in Erwartung der steigenden Nachfrage. Und darüber hinaus begannen auch die Geldanleger Aktien im Sinne des AKtienhandels zu kaufen, man trachtete nach der Profitmaximierung, und man hatte Erfolg, denn es gab eine kritische Masse die gross genug war um selbst für steigende Preise zu sorgen - und ihr Erfolg war so gross dass sie immer mehr Menschen anlockte. Spekulationsblase nannte man das später.
Was all die Menschen nicht bedacht hatten war, dass es zwar im Eigensinn der an der Börse tätigen Menschen war, ihren Profit zu maximieren, dass dies aber nur der Lohn für eine erbrachte Dienstleistung war. Der primäre Zweck der Aktien war es, Firmenanteile erwerben zu können und so Kapital und Stimme einbringen zu können, der sekundäre Zweck war, den Wechsel der Aktieninhaber zu erleichtern. Aber in der Eigendynamik der Spekulationsblase
konnte man all dies nicht mehr erkennen, im Gegenteil geschah es dass kein wirklich an einer Firma interessierter Mensch mehr Aktien kaufte, da diese viel zu teuer dafür waren. Statt dessen waren es nur noch Händler und Hobby-Händler, die sich in einen Rausch hineinsteigerten ohne zu merken was sie eigentlich taten. Und selbst die erfahreneren Händler konnten nicht anders als eine Zeit lang mitzumachen, da sie sonst in der Konkurrenz des Geschäfts verloren hätten.
Doch irgendwann waren die Preise zu hoch, kamen nicht mehr genug neue Interessenten hinzu um die Preise weiterhin so schnell steigen zu lassen - und es begann erst der leise Zweifel, ob es so weiter gehen würde, und dann schlug die Stimmung um auf Katastrophe. In Panik begannen die Spekulanten ihre Aktien zu verkaufen, um noch einen guten Preis zu bekommen, bevor es erwartungsgemäß noch viel tiefer gehen würde. Viele, besonders jene die spät eingestiegen waren, hatten viel Geld verloren. Aber auch jene Firmen, welche aufgrund der hohen Kurse günstige Kredite bekommen hatten, bekamen plötzlich finanzielle Probleme, manche zweifelten an der Wirtschaftsleistung ganz allgemein. Und so stürzte die vormals blühende Wirtschaft nach dem Rausch in eine Depression.
Webtipp: Robert Rethfeld - Die Anatomie der Spekulationsblase
Dienstag, 2. Juni 2009
Die vergessene Entwicklungszeit
Formalia war eine elegante, wohlhabende Stadt. Ihr Reichtum kam vom internationalen Handel und von der Verwaltung der umliegenden Ländereien. Und die Geschäfte liefen gut, schon seit vielen Generationen.
Die Menschen in Formalia waren es gewohnt, dass sie ihre Lebensmittel, Kleidungsstücke, usw. fertig hergestellt und ansprechend verpackt einkaufen konnten. Musiker und Künstler liess man nur die Besten aus aller Welt auftreten. Baustellen konnte man in der Stadt nie sehen, diese wurden abgedeckt, so dass die Bürger der Stadt ungestört blieben.
Die Menschen waren sehr ordnungsbewusst und achteten darauf, dass alles sauber blieb. Und sie kamen auch nie mit den schmutzigen Arbeiten in Kontakt, denn alles was mit Handwerk, Entwicklungsarbeit, Wachstum etc. zu tun hatte, wurde von den Menschen der umliegenden Dörfer und Ländereien erledigt.
Und so kam es, dass die Kinder der Stadt immer weniger ihre natürlichen Bewegungs- und Entwicklungsbedürfnisse ausleben konnten, da alle überall ein angemessenes Benehmen voraussetzten. Und die Kinder, erwachsen geworden, gaben dies wiederum an ihre Kinder weiter. Es war nur noch erlaubt, was bekannt war, und dies wurde immer weniger.
Die Stadt erstarrte. Die Formen wurden immer strenger, auf kleinste Abweichungen reagierte man mit allergischer Aufregung, niemand mehr getraute sich etwas neues zu tun. Die Angst, in der Öffentlichkeit an Status zu verlieren, war zu gross. Nur in den Hobbykellern, in den Schrebergärten am Standrand und bei privaten Karaokepartys gab man sich zwar verschämt aber freudig den schmuddeligen, unperfekten und unfertigen Dingen hin.
Musiktipp: Lexikon der dunklen Zitate - Gewohnheit
Die Menschen in Formalia waren es gewohnt, dass sie ihre Lebensmittel, Kleidungsstücke, usw. fertig hergestellt und ansprechend verpackt einkaufen konnten. Musiker und Künstler liess man nur die Besten aus aller Welt auftreten. Baustellen konnte man in der Stadt nie sehen, diese wurden abgedeckt, so dass die Bürger der Stadt ungestört blieben.
Die Menschen waren sehr ordnungsbewusst und achteten darauf, dass alles sauber blieb. Und sie kamen auch nie mit den schmutzigen Arbeiten in Kontakt, denn alles was mit Handwerk, Entwicklungsarbeit, Wachstum etc. zu tun hatte, wurde von den Menschen der umliegenden Dörfer und Ländereien erledigt.
Und so kam es, dass die Kinder der Stadt immer weniger ihre natürlichen Bewegungs- und Entwicklungsbedürfnisse ausleben konnten, da alle überall ein angemessenes Benehmen voraussetzten. Und die Kinder, erwachsen geworden, gaben dies wiederum an ihre Kinder weiter. Es war nur noch erlaubt, was bekannt war, und dies wurde immer weniger.
Die Stadt erstarrte. Die Formen wurden immer strenger, auf kleinste Abweichungen reagierte man mit allergischer Aufregung, niemand mehr getraute sich etwas neues zu tun. Die Angst, in der Öffentlichkeit an Status zu verlieren, war zu gross. Nur in den Hobbykellern, in den Schrebergärten am Standrand und bei privaten Karaokepartys gab man sich zwar verschämt aber freudig den schmuddeligen, unperfekten und unfertigen Dingen hin.
Musiktipp: Lexikon der dunklen Zitate - Gewohnheit
Montag, 1. Juni 2009
Die Wissensgesellschaft
Es gab dereinst eine Gesellschaft, die sich selbst die Wissensgesellschaft nannte. Als solche war sie natürlich hoch komplex strukturiert. Im Wesentlicheh hatten sich aber vier Rollen herausgebildet:
Die dominante Gruppe waren natürlich die Wissenden, das waren jene, welche von festgelegten Annahmen - dem Wissen - ausgingen und diese sowie alles was sich daraus ableiten lies als das Wissen bezeichneten und verwendeten. Da sie alle von denselben Annahmen ausgingen, waren sie immer in der Mehrheit und ihrer Sache sehr sicher. Sie waren die Herrschenden der Wissensgesellschaft.
Eine ebenfalls grosse aber in der Gesellschaft unbedeutende Gruppe bildeten die Wissenden, das waren jene, welche das, was sie wussten - also was sie gesehen, gehört, erlebt hatten - als wissen bezeichneten und verwendeten. Sie waren am Anfang der Wissensgesellschaft gestanden, aber im Laufe der Zeit von den Wissenden verdrängt worden. Man nannte ihr Wissen subjektiv und diskriminierte sie im Allgemeinen. Nur in Ausnahmesituationen, wenn das Wissen Probleme hatte, wurde auf ihr Wissen zurückgegriffen. Sie waren die Arbeiter der Wissensgesellschaft.
In der Öffentlichkeit häufig anzutreffen war dagegen die Gruppe der Wissenden, das waren jene, welche die Schwäche der Wissensgesellschaft erkannt hatten - nämlich die Fixierung auf das Wissen - und diese zu ihrem Vorteil ausnutzten. Sie sagten was immer notwendig war um sich einen Vorteil zu verschaffen, und taten dies auf eine Art und weise, welche anderen den Eindruck vermittelte, es handle sich dabei um gesellschaftlich akzeptiertes und sachlich begründetes Wissen. Sie waren die Trickser der Wissensgesellschaft.
Und schliesslich gab es noch die unbedeutende Gruppe der Unwissenden, das waren jene, welche vorgaben nichts zu wissen und daher die Wissenden um Rat fragten. Die Wissenden befragten sie, um herauszufinden was der Mainstream des Wissens war. Die Wissenden befragten sie, wenn sie herausfinden wollten was aktuell aber von der Allgemeinheit abweichend passiert war. Und die Wissenden schliesslich beobachteten sie um herauszufinden wo die Probleme der Wissensgesellschaft lagen. Sie waren die Meister der Wissensgesellschaft.
Tipp: Wissensgesellschaft.org
Die dominante Gruppe waren natürlich die Wissenden, das waren jene, welche von festgelegten Annahmen - dem Wissen - ausgingen und diese sowie alles was sich daraus ableiten lies als das Wissen bezeichneten und verwendeten. Da sie alle von denselben Annahmen ausgingen, waren sie immer in der Mehrheit und ihrer Sache sehr sicher. Sie waren die Herrschenden der Wissensgesellschaft.
Eine ebenfalls grosse aber in der Gesellschaft unbedeutende Gruppe bildeten die Wissenden, das waren jene, welche das, was sie wussten - also was sie gesehen, gehört, erlebt hatten - als wissen bezeichneten und verwendeten. Sie waren am Anfang der Wissensgesellschaft gestanden, aber im Laufe der Zeit von den Wissenden verdrängt worden. Man nannte ihr Wissen subjektiv und diskriminierte sie im Allgemeinen. Nur in Ausnahmesituationen, wenn das Wissen Probleme hatte, wurde auf ihr Wissen zurückgegriffen. Sie waren die Arbeiter der Wissensgesellschaft.
In der Öffentlichkeit häufig anzutreffen war dagegen die Gruppe der Wissenden, das waren jene, welche die Schwäche der Wissensgesellschaft erkannt hatten - nämlich die Fixierung auf das Wissen - und diese zu ihrem Vorteil ausnutzten. Sie sagten was immer notwendig war um sich einen Vorteil zu verschaffen, und taten dies auf eine Art und weise, welche anderen den Eindruck vermittelte, es handle sich dabei um gesellschaftlich akzeptiertes und sachlich begründetes Wissen. Sie waren die Trickser der Wissensgesellschaft.
Und schliesslich gab es noch die unbedeutende Gruppe der Unwissenden, das waren jene, welche vorgaben nichts zu wissen und daher die Wissenden um Rat fragten. Die Wissenden befragten sie, um herauszufinden was der Mainstream des Wissens war. Die Wissenden befragten sie, wenn sie herausfinden wollten was aktuell aber von der Allgemeinheit abweichend passiert war. Und die Wissenden schliesslich beobachteten sie um herauszufinden wo die Probleme der Wissensgesellschaft lagen. Sie waren die Meister der Wissensgesellschaft.
Tipp: Wissensgesellschaft.org
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